Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Mit Leidenschaft und Weitsicht: Katharina Wettwer und Esther Breinig gestalten die Arbeit der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf. Ihr Engagement reicht von der Förderung junger Talente bis zur Pflege der bedeutenden eigenen Sammlung.
Kunst ist für Katharina Wettwer (r.) und Esther Breinig weit mehr als ein Beruf: Sie betreuen sowohl die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf als auch die hauseigene Kunstsammlung des Instituts.
Wenn Beruf und Leidenschaft zusammenfinden, entsteht oft etwas Besonderes. Für Katharina Wettwer ist genau das Realität geworden. Seit Mai dieses Jahres leitet die 34-Jährige die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf und auch die Kunstsammlung des Instituts. Sie trat die Nachfolge von Stefan Drzisga an, der in den Ruhestand gegangen ist. Wer mit ihr spricht, merkt schnell: Kunst ist für sie weit mehr als ein Beruf – sie prägt ihren Lebensweg seit frühester Kindheit.
Die Düsseldorferin ist mit Kunst aufgewachsen. Ihr Vater war Kunsthistoriker, Museumsleiter und Diözesankonservator in Münster. Dort studierte sie Kunstgeschichte und Ökonomik, anschließend absolvierte sie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ihren Master mit dem Schwerpunkt Kunstvermittlung in Museum und Kunsthandel. Bereits während dieser Zeit begann ihre Verbindung zur Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf: 2016 stieg sie als Werkstudentin ein, bewarb sich während des Masterstudiums erfolgreich auf eine feste Stelle und entwickelte sich Schritt für Schritt zur heutigen Stiftungsleiterin.
In ihrer Masterarbeit setzte sie sich intensiv mit der Kunstsammlung der Stadtsparkasse Düsseldorf auseinander. Ein Wissen, das ihr heute bei der Leitung der Stiftung ebenso zugutekommt wie bei der Betreuung der Sammlung. Zwei große Felder zu bearbeiten – das geht natürlich nicht allein. Seit einem Jahr ist auch Esther Breinig als Kuratorin mit an Bord. Unterstützt werden die beiden von Assistentin Nicole Flaß. Und Stefan Drzisga steht weiterhin beratend zur Seite: „Er begleitet uns mit seinem umfangreichen Fachwissen und seinen Kontakten“, sagt Katharina Wettwer.
Vielfältiges Engagement
Ein Blick auf die Internetseiten von Stiftung und Kunstsammlung zeigt die Bandbreite des Engagements der Stadtsparkasse Düsseldorf: von Förderprojekten, Preisen und Stipendien bis hin zu Kooperationen und Ausstellungen. Dabei setzen Katharina Wettwer und Esther Breinig auch neue Akzente. So beteiligt sich die Kunst- und Kulturstiftung seit diesem Jahr mit einem eigenen Förderpreis an der erfolgreichen Bandprofessionalisierung des Kulturamtes. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis unterstützt Live-Auftritte von Bands und Musikern und ergänzt die beiden bereits bestehenden Förderpreise des Programms. „Wir wollten noch mehr Künstlerinnen und Künstler erreichen. Deshalb haben wir den zusätzlichen Förderpreis ins Leben gerufen“, sagt die Geschäftsführerin.
Etwas Besonderes sind auch die Reisestipendien. Gemeinsam mit dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen vergibt die Stiftung jedes Jahr drei Stipendien an Studierende der Kunstakademie Düsseldorf. Insgesamt stehen dafür 9.000 Euro bereit. Das Stipendium ist bewusst nicht an ein Projekt gebunden – „es soll jungen Künstlerinnen und Künstlern Freiraum für ihre individuelle künstlerische Entwicklung eröffnen“, sagt Esther Breinig.
Bereits zahlreiche Projekte gefördert
Rund 70 Kunst- und Kulturprojekte in Düsseldorf begleitet die Stiftung jedes Jahr – von bildender und darstellender Kunst über Musik und Literatur bis hin zum Film. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 600 Vorhaben mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Euro realisiert. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf kleineren Projekten, die oft durch andere Einrichtungen nicht berücksichtigt werden. „Ohne unsere Hilfe könnten viele dieser Ideen nicht umgesetzt werden“, sagt Esther Breinig. Etwa die Hälfte der Anträge kann die Stiftung berücksichtigen. Absagen seien jedoch selten ein Qualitätsurteil: „Oft sind es gute Projekte – aber die Mittel sind begrenzt.“
Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf auch für den Düsseldorfer Literaturpreis. Seit 2002 zeichnet sie damit Autoren aus dem deutschsprachigen Raum aus. Seit 2012 ist der Preis mit 20.000 Euro dotiert. In diesem Jahr wird er zum 25. Mal vergeben: Am 14. Oktober geht die Auszeichnung an den österreichischen Autor und Slam-Poeten Elias Hirschl.
Sammlung mit Niveau
Ein weiterer Schwerpunkt, dem sich die beiden Kunstverantwortlichen widmen, ist die Kunstsammlung der Stadtsparkasse Düsseldorf. Seit ihrer Gründung im Jahr 1970 ist sie auf mehr als 1.200 Werke angewachsen – von Gemälden und Grafiken über Skulpturen bis hin zu Fotografien. Einen besonderen Stellenwert haben Arbeiten der Klassischen Moderne sowie Werke bedeutender Düsseldorfer Künstler, darunter Joseph Beuys, Konrad Klapheck und Norbert Kricke. Seit 1990 liegt ein Fokus zudem auf fotografischen Arbeiten. Eine besondere Arbeit ist die Moore-Plastik im Hofgarten: „Sie gehört zu den Werken, die Düsseldorf geprägt haben“, sagt Katharina Wettwer. Seit 2008 arbeitet die Stadtsparkasse zudem mit dem Kunstpalast zusammen und präsentiert dort jedes Jahr neue Ausstellungen. „Diese Kooperation macht unsere Sammlung auch außerhalb des Hauses sichtbar“, sagt Esther Breinig.
Sammlung und Stiftung sollen sichtbar und lebendig bleiben – auch innerhalb der Stadtsparkasse. Mit einem neuen Vermittlungsprogramm möchten die beiden Botschafterinnen der Kunst ihren Kollegen die Werke näherbringen. „Wir wollen zeigen, was wir haben und was wir fördern“, sagt Esther Breinig. Das Angebot werde sehr geschätzt. Und ein Kunstwerk ist für alle Besucher der Stadtsparkassen-Zentrale an der Berliner Allee ganz unmittelbar sichtbar: Deren Fassadengestaltung mit fotografischen Porträts stammt von dem Künstler Beat Streuli und entstand im Jahr 2000.
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