Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
In Asien ist der Trend bereits nicht mehr aufzuhalten, auf dem europäischen Markt tut sich ebenfalls einiges. Kleinbusse, sogenannte Vans, werden wieder beliebter, auch wenn ihr Marktanteil derzeit noch gering ist. Doch sie könnten aufgrund ihres Raumangebots einen Beitrag zu weniger Verkehr leisten.
Laut einer Statistik des Kraftfahrtbundesamtes haben Vans in Deutschland gerade einmal einen Marktanteil von 1,9 Prozent (Stand Mai 2025). Auf dem ersten Platz liegen mit 33,6 Prozent die SUVs, gefolgt von der Kompaktklasse, die es auf 16,6 Prozent bringt. Dabei sind die Kleinbusse eigentlich sehr praktische Fahrzeuge. Sie bieten jede Menge Platz und eignen sich zum Beispiel perfekt für mehrköpfige Familien. Da haben nicht nur die Kinder ausreichend Platz, sondern auch das Gepäck, wenn es mit dem Van auf die Fahrt in den Urlaub gehen soll. Aber auch für Fahrten von Sportvereinen oder Seniorengruppen, als Shuttle-Service oder einfach als Wagen für größere Fahrgemeinschaften eignen sich Vans perfekt. In Asien hat man die Vorteile des Autosegments längst entdeckt. Dort sind Vans auf dem Vormarsch, und die Nachfrage steigt. Vor allem in China haben es die Menschen unterwegs gerne bequem und räumlich opulent. Und noch etwas kommt hinzu: Vans bieten auch viel Raum, um Dinge zu transportieren. So sind sie hinsichtlich Praktikabilität und Nutzen eine echte Alternative zu SUVs.

Geräumiger Stromer
Deshalb bringen Hersteller nun wieder vermehrt Vans auf den Markt. Und das nicht nur in Asien, sondern auch in Deutschland. Und weil die Elektromobilität in der Auto-Industrie nicht mehr zu stoppen ist, fahren viele von ihnen natürlich mit Strom. Einer dieser geräumigen Stromer ist zum Beispiel der Denza D9. Das Tochterunternehmen des chinesischen Herstellers BYD hat mit dem Wagen ein recht luxuriöses Modell in seinen Reihen, das es wahlweise als Elektrofahrzeug oder als Plug-in-Hybrid gibt. In China kostet der Wagen rund 42.000 Euro. Die Markteinführung in Deutschland ist für dieses Frühjahr avisiert. Wie hoch der Preis hierzulande sein wird, steht noch nicht fest. Experten gehen aber davon aus, dass er höher liegen wird als auf dem asiatischen Markt.

Ein anderer Asiate ist allerdings bereits zu haben. Der Hyundai Staria ist als Großraum-Van für bis zu neun Personen ausgelegt. Zur Auswahl stehen zwei Motorisierungen: ein 2,2-Liter-Dieselmotor mit etwa 177 PS und ein 3,5-Liter-V6-Benziner mit rund 272 PS. Beide Varianten sind serienmäßig mit Automatikgetriebe ausgestattet, ein Allradantrieb ist optional verfügbar. Im Innenraum setzt der Staria auf ein großzügiges Raumgefühl, moderne Fahrassistenzsysteme und – abhängig von der Ausstattung – drehbare Sitze. Extras wie Ambientelicht und ein großes Infotainmentsystem sorgen für zusätzlichen Komfort. Die Preise beginnen bei 49.500 Euro für den Neunsitzer, der Siebensitzer startet ab 58.950 Euro. Zu noch nicht genannten Preisen soll zudem im Laufe des Jahres ein Elektromodell auf den Markt kommen.

Luxuriöses Ambiente
Als ein Star unter den neuen Vans gilt bereits die neue V-Klasse von Mercedes. Sie kombiniert eine hochwertige Verarbeitung mit einem hohen Maß an Komfort. Losgehen soll es im ersten Halbjahr mit dem VLE. Der später folgende VLS soll dann luxuriöser werden. Einen ersten Ausblick darauf gibt die sogenannte „Vision V“. Diese zeigt einen opulenten Innenraum mit weißem Nappaleder, Seitenverkleidungen, einer 65-Zoll-Leinwand, Monitoren in den Seitenscheiben, 42 Lautsprechern sowie einer gläsernen Trennwand zum Fahrerbereich. Damit spielt er in der gleichen Liga wie der Lexus LM. Im Innenraum erwarten die Passagiere elektrisch einstellbare Ledersitze mit Massagefunktion, ein großer HD-Bildschirm sowie hochwertige Materialien, die ein luxuriöses Reiseambiente schaffen. Der Preis beginnt deshalb bei stolzen 128.500 Euro.

Retro mit Chic
Immer öfter auf den Straßen ist aktuell der VW ID. Buzz zu sehen. Der vollelektrische Van hat ein modernes Design und dennoch einen gewissen Retro-Charme. Von seinen Bulli-Vorgängern hebt er sich trotzdem ab und bietet Platz für bis zu sieben Insassen. Er ist mit zwei verschiedenen Radständen sowie als leistungsstarke GTX-Version mit Allradantrieb erhältlich. Je nach Modell variiert die Reichweite zwischen 330 und 487 Kilometern. Der Grundpreis liegt bei 49.998 Euro. Das ist eine Summe, die auch für normale E-Autos angesetzt werden könnte, nur dass der ID. Buzz mehr Platz bietet.
Preislich bewegt er sich damit auf einem Niveau mit dem XPeng X9. Das Problem an der Sache: Der X9 ist bislang nur auf dem chinesischen Markt zu haben. Wann und ob er nach Deutschland kommt, ist derzeit offen. Spekuliert wird aber über eine Markteinführung in Norwegen. Sollte er dort Fuß fassen, könnte das den Start für den gesamten europäischen Markt bedeuten. Der X9 besticht durch eine hohe Reichweite und viel Platz im Innern. Die sieben Sitze lassen sich variabel anordnen. Sollte es tatsächlich zu einer europäischen Markteinführung kommen, rechnen Experten damit, dass die Preise bei rund 60.000 Euro starten könnten.

Einer, der zwar nicht direkt ein Van, aber dafür ein Wagen gleichen Ausmaßes ist, ist der neue Trafic von Renault. Er gehört zu den leichten Nutzfahrzeugen und soll Ende des Jahres in den Handel kommen. Es soll ihn zu Beginn in zwei verschiedenen Längen geben und mit zwei verschiedenen Batterievarianten, die Reichweiten zwischen 350 und 450 Kilometern erlauben. Damit eignet sich der Trafic genauso wie die meisten Vans perfekt für den Transport von sperrigen Gegenständen.
Ob der asiatische Trend zum Van auch in Deutschland erfolgreich sein wird, muss sich zeigen. Mitspielen möchten die europäischen Hersteller auf jeden Fall. Und dem Straßenbild schaden die kleinen Busse auch nicht. Im Gegenteil: Sie sorgen für mehr Vielfalt. Und sie können auf Dauer dazu beitragen, den Verkehr vor allem in den Städten zu verringern, wenn sich Menschen dazu entschließen, gemeinsam ein Auto zu nutzen und als Gruppen unterwegs zu sein. Platz genug haben sie dazu in einem Van allemal.

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