Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Die Autohersteller setzen ihre Modelle weiter unter Strom. Sowohl Nobelmarken wie Bentley oder Cadillac als auch Hersteller wie Hyundai und Mazda bringen in den kommenden Monaten neue E-Modelle auf den Markt.
Helmut Schmidt hat einmal gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Bei Mercedes hat man derzeit auch eine Vision, oder besser gesagt: eine Vision V. Da muss aber kein Arzt helfen. Vielmehr ist sie eine Studie und ein beeindruckender Vorgeschmack auf die neue V Klasse, die im kommenden Jahr auf den Markt rollen soll. Was da auf potenzielle Käufer zukommt, ist der pure Luxus, verteilt auf 5,50 Meter Länge bei einem kaum hörbaren E-Antrieb, der mehr als 500 Kilometer Reichweite verspricht. Wer vorne sitzt, nimmt in futuristisch designten Captain Chairs Platz. Eine elektrische Beinauflage und Massagefunktion sind hier obligatorisch. Im Sideboard warten eine Minibar und ein Schachspiel. Wer hinten sitzt, kann per Knopfdruck aus dem Boden eine Trennwand zum Fahrer hochfahren, die tatsächlich ein 65 Zoll großer Flachbildschirm ist. 42 Lautsprecher tun ihr Übriges. Was der Spaß in der künftigen V-Klasse einmal kosten wird, steht noch nicht fest, doch ein sechsstelliger Preis dürfte wohl keine Überraschung sein.

Bei Bentley arbeiten sie gerade ebenfalls an einem Elektroauto. Derzeit existiert nur die Studie EXP15, doch binnen eines Jahres soll das SUV in den Handel kommen und dann das erste E-Auto der britischen Marke werden. Bei einer weiteren teuren Marke ist man da schon weiter. Cadillac bringt im November für 108.809 Euro den Geländewagen Lyriq auch als V-Modell nach Europa. Der amerikanische Fünfsitzer bringt es auf 230 km/h und 470 Kilometer Reichweite. Er ist nicht nur das erste elektrische Sportmodell der Marke, sondern auch das bislang stärkste. Gleich zwei Motoren sorgen für 452 kW/615 PS. Ebenfalls in der elektrischen Oberklasse spielt der Lexus ES. Der Japaner debütierte auf der Autoshow Shanghai und erscheint noch in diesem Jahr in gleich zwei E-Versionen: als 350e mit Frontantrieb (165 kW/224 PS) und als 500e mit Allradantrieb (252 kW/343 PS). Das Elektroauto ist die inzwischen achte Generation des Modells.
In der elektrischen Oberklasse: der Lexus ES
Doch es kommen auch elektrische Fahrzeuge für den ganz normalen Autofahrer auf den Markt. Auf dem Festival of Speed im englischen Goodwood hat Hyundai jüngst das N-Modell des Ioniq 6 präsentiert. Die Coupé-Limousine hat gleich zwei Elektromotoren, die es gemeinsam auf 478 kW/650 PS und 257 km/h bringen. Die Reichweite liegt bei 519 Kilometern. Zu haben sein soll er ab Jahresende und dann unter 61.000 Euro kosten. Das typische Motorengeräusch eines Verbrenners kommt hier übrigens aus Lautsprechern. Für etwas Retro-Feeling sorgt der Peugeot 208, den die Franzosen kürzlich als GTI präsentierten. Er erinnert an den 205 GTi, der vor mehr als 40 Jahren auf den Markt kam. Markant ist der Heckflügel des Wagens. Aber auch der Motor überzeugt mit 206 kW/280 PS. Der Akku soll für 350 Kilometer reichen. Was der neue Franzose kosten wird, hat Peugeot noch nicht verraten.
Vermittelt Retro-Feeling: der Peugeot 208 als GTI

Die sportliche Renault-Tochter Alpine bringt im Herbst den A390 auf den Markt. Das elektrische SUV hat zwei Elektromotoren und schafft es je nach Modellvariante auf 295 kW/400 PS oder 345 kW/470 PS. Eine Akkuladung reicht für 555 Kilometer. Zu Beginn des Sommers kam bereits der BYD Dolphin Surf auf den Markt. Zu Preisen ab 22.990 Euro ist er ein vergleichsweise günstiges Elektroauto. Auch deswegen zählt er in China bereits zu den erfolgreichsten elektrischen Kleinwagen. Je nach Modellvariante liegt die Reichweite zwischen 220 und 322 Kilometern. Minis neue John Cooper Works-Modelle von Cooper und Aceman sind ebenfalls elektrisch unterwegs. Die Preise starten bei 40.650 Euro für den Cooper und bei 43.150 Euro für den Aceman. Beide haben einen Frontmotor mit 190 kW/ 258 PS, der für 371 Kilometer reicht.
In China bereits sehr erfolgreich: der BYD Dolphin Surf

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