Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Die Stadtwerke Düsseldorf gibt es seit 160 Jahren. Sie sind Dienstleister für Energie, Wärme, Trinkwasser und E-Mobilität. Ein paar Schlaglichter auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Wer sich auf der Homepage der Stadtwerke umsieht, stößt bei nahezu jedem Klick auf Innovationen des Unternehmens, und zwar egal, ob es sich um die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität oder die sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser handelt. Zugleich lässt sich bei einem Spaziergang durch Düsseldorf an den unterschiedlichen Laternen im Stadtbild gewissermaßen ein Teil der Stadtwerke-Geschichte ablesen. Denn diese beginnt 1866 mit dem Einstieg in die Stadtgasproduktion.

Seitdem arbeitet die heutige AG kontinuierlich auch an einer zeitgemäßen Straßenbeleuchtung. Deren Meilensteine kann man sich übrigens auf dem 2018 eröffneten Lichterweg im Stadtwerke-Park an der Kettwiger Straße anschauen. Dort, auf dem heutigen Stadtwerke-Gelände, entstand 1891 das 17. Elektrizitätswerk in Deutschland. Damit fiel nicht nur der Startschuss für das Kraftwerk Flingern, sondern auch für die Elektromobilität in Düsseldorf: Bereits fünf Jahre später fuhr die erste elektrische Straßenbahn durch die Stadt. Und ab 1928 wurde die bei der Stromproduktion erzeugte Wärme als Fernwärme über Rohrleitungen weitergegeben – zunächst nur an die städtischen Badeanstalten, in der Nachkriegszeit auch an die Haushalte.

Trinkwasserversorgung
Auch das Thema Trinkwasser ging man – einer Cholera-Epidemie geschuldet – bereits früh an. Mit dem ersten Wasserwerk legten die Stadtwerke in Flehe den Grundstein für die zentrale und sichere Wasserversorgung. Heute erreicht das in Trinkqualität aufbereitete Wasser rund 800.000 Menschen in Düsseldorf, Erkrath und Mettmann. Mit Beginn der Trinkwasserversorgung am 1. Mai 1870 wurde zudem der erste Trinkwasserspeicherbehälter im Waldgebiet Auf der Hardt in Betrieb genommen. Aktuell entstehen dort ein zusätzlicher neuer Trinkwasserspeicher sowie eine neue Trinkwasserhauptleitung – eine der großen Infrastrukturmaßnahmen der Stadtwerke, die bis 2029 abgeschlossen sein soll. „Damit wollen wir sicherstellen, dass die Wasserversorgung für die Menschen auch in Zukunft sicher und nachhaltig bleibt: Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Und eine unserer Kernaufgaben ist es, seine Qualität und Verfügbarkeit Tag für Tag zu gewährleisten“, sagt Verena Svensson, Leiterin der Wasserwerke bei den Stadtwerken Düsseldorf. Übrigens schlägt sich auch dieses Thema im Stadtbild nieder: in Form von rund 30 modernen Trinkwasserbrunnen. Sie sorgen von Frühling bis Herbst und auch auf der Rheinkirmes in Form von mobilen Trinkwasserstelen für kostenlose Erfrischung, wie es beispielsweise der steinerne Trinkwasserbrunnen in Flehe schon seit den 1950er-Jahren tut. Darüber hinaus sind die Stadtwerke im Sommer auch bei zahlreichen Events, zum Beispiel beim Jazz im Hofgarten, mit ihrem Trinkwasser-Wagen vertreten. Damit wird die Leistungsfähigkeit der lokalen Infrastruktur auch außerhalb fester Netze sichtbar und erlebbar.

Fernwärme
Eine der von den Stadtwerken geschaffenen Landmarken ist das Kraftwerk Lausward im Hafen. Seit 1957 werden dort Strom und Fernwärme erzeugt. Mit dem Block Fortuna hat es vor zehn Jahren „eines der zurzeit effizientesten und leistungsfähigsten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD) weltweit“ erhalten, wie es seitens der Stadtwerke heißt. Bis heute gehört es zu den effizientesten Kraftwerken seiner Art. Seit 2017 ist dort ein Fernwärmespeicher im Einsatz, der die Möglichkeiten des Kraftwerks erweitert. Der neueste Wurf des Unternehmens in Sachen Fernwärme ist aber die in diesem April auf dem Gelände der Henkel AG eröffnete neue Energiezentrale der Stadtwerke. Sie gilt bundesweit als Vorreiter-Projekt zur Dekarbonisierung von Fernwärme: Damit wird erstmals industrielle Abwärme aus den Produktionsprozessen von Henkel in Fernwärme für Privathaushalte umgewandelt. Ein wichtiger Beitrag für die sichere Versorgung der Menschen im Düsseldorfer Süden und für das Erreichen der Düsseldorfer Klimaziele.

Euref-Campus
Eine klimaneutrale Versorgung spielt auch für den neu errichteten Euref-Campus in Düsseldorf eine große Rolle. Bei diesem Leuchtturmprojekt der Energiewende sind die Stadtwerke strategischer und operativer Partner: Sie betreiben die Energiezentrale des Campus und versorgen das Gebäude mithilfe des Wassers aus dem angrenzenden Lichtenbroicher Baggersee und einer ausgeklügelten Infrastruktur ganzjährig mit Wärme und Kälte.
Auf dem Campus haben die Stadtwerke zudem 2025 den „Club Zukunft Düsseldorf“ eröffnet – als Denkfläche und Reallabor für Innovation und Zukunft. Von Anfang an mit im Boot: die Wirtschaftsförderung, die Rheinbahn, die Stadtsparkasse sowie die Industrie- und Handelskammer. Hinzugekommen sind inzwischen Awista Kommunal, NRW.Energy4Climate und seit Juni 2026 die NRW.Bank. Gemeinsam wollen sie eine nachhaltige Zukunft gestalten – von grüner Infrastruktur und sozialer Teilhabe über Mobilitätswende bis hin zu digitaler Vernetzung getreu dem Motto: „Von Düsseldorf, für Düsseldorf“.

Wasserstoff
Auch das Thema Wasserstoff haben die Stadtwerke im Blick: Europas bis dato leistungsstärkste Wasserstofftankstelle wurde im Mai 2025 am Düsseldorfer Höherweg eröffnet. Bislang wird der Wasserstoff mit Trailern dorthin geliefert. Ab diesem Sommer wird er auf dem Gelände der Stadtwerke produziert, und der dafür erforderliche Elektrolyseur befindet sich bereits in der Testphase. Mit der Inbetriebnahme entsteht in Düsseldorf eine durchgängige, regionale Wertschöpfungskette: Aus Abfällen der Stadt wird Energie gewonnen, aus dieser Energie Wasserstoff erzeugt, und dieser treibt wiederum Wasserstoff-Busse im öffentlichen Nahverkehr an.

E-Mobilität
Mit der E-Mobilität schließt sich der Kreis. Waren es anfangs nur elektrische Straßenbahnen, steht heute außerdem die individuelle E-Mobilität im Fokus. Bereits seit 2023 gibt es in allen 50 Düsseldorfer Stadtteilen öffentlich zugängliche Ladepunkte der Stadtwerke. Die weitere Verdichtung erfolgt auch durch innovative Lösungen wie Ladebordsteine, die mittlerweile an vier Standorten im Einsatz sind und bundesweit für Aufmerksamkeit sorgen. Die Geräte sind so klein, dass sie auch dort Lademöglichkeiten für E-Autos bieten, wo zu wenig Platz für eine Ladesäule wäre. Seit 2024 bringen die Stadtwerke Düsseldorf ihre Expertise verstärkt auch in die Region ein, etwa in der Stadt Mettmann.
Ergänzt wird das Angebot durch leistungsstarke Schnell-Ladeinfrastruktur: So zählt der im Dezember 2025 eröffnete Schnell-Ladepark an der Fährstraße zu den ersten seiner Art in Deutschland. Zentrumsnah lassen sich Elektroautos dort in rund 30 Minuten laden – unterstützt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die einen Teil des erforderlichen Stroms vor Ort erzeugt. „Der City-Schnell-Ladepark ist ein Leuchtturmprojekt für die Mobilitäts- und Energiewende“, sagt Klaus Schüßler, Leiter New Mobility bei den Stadtwerken Düsseldorf. „Wir haben dort insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert – für eine moderne, mobile Zukunft.“
Der City-Schnell-Ladepark ist ein Leuchtturmprojekt für die Mobilitäts- und Energiewende. Wir haben dort insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert – für eine moderne, mobile Zukunft.
Nachwuchs
Mit fast 2.500 Mitarbeitenden sind die Stadtwerke Düsseldorf, zu denen unter anderem auch als 100-prozentige Tochter die Netzgesellschaft gehört, einer der großen Arbeitgeber der Landeshauptstadt. Die Unternehmensgruppe investiert gezielt in die Förderung junger Fachkräfte, die die Energie- und Wasserversorgung von morgen mitgestalten sollen. Bei deren Rekrutierung gehen die Stadtwerke ungewöhnliche Wege. Nach Aktionen wie „Mit dem Taxi zur Ausbildung“, bei der Interessierte während einer Taxifahrt mit Ausbildern persönlich ins Gespräch kommen konnten, steht anlässlich der Fußballweltmeisterschaft die diesjährige Kampagne im Zeichen des Fußballs. Bis Ende September können Interessierte Berufe kennenlernen, in denen die Stadtwerke ausbilden. Parallel dazu sind aber auch klassische Bewerbungen möglich. Darüber hinaus ermöglichen die Stadtwerke unter anderem Praktika und duale Studiengänge, auch Werksstudenten sind gefragt. <br><br> <strong> Mehr Infos dazu gibt es unter: jobs.swd-ag.de

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