Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Rund 1.000 Frauen trafen sich Anfang März zum ersten netzwerkübergreifenden Female Network Festival in Düsseldorf, erlebten inspirierende Impulsvorträge, spannende Networking-Formate sowie ein Podiumsgespräch mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur.
Umgib dich mit Menschen, die in einem Raum voller Möglichkeiten deinen Namen nennen.“ Diesen Satz sagte die Psychologin und Autorin des „Networkbook“ Katharina Schleeberger beim ersten Female Network Festival. Es geht darum, sich selbst und die eigene Expertise nicht nur zu zeigen, sondern auch dafür zu sorgen, dass andere sie kennen. Das netzwerkübergreifende B2B-Event für Frauen mit Führungsverantwortung brachte erstmals Entscheiderinnen, Unternehmerinnen, Nachwuchsführungskräfte sowie zahlreiche Düsseldorfer Frauennetzwerke auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Initiatorinnen des neuen Formats sind Dr. Charlotte Beissel, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin der Stadtwerke Düsseldorf AG, Annette Grabbe, Vorstandssprecherin, Arbeitsdirektorin und Finanzvorständin der Rheinbahn AG, Henrietta Six, Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse Düsseldorf, sowie Maria Kofidou, Geschäftsführerin der Düsseldorf Congress GmbH. Die vier Frauen haben „The Female Network Düsseldorf“ vor rund einem Jahr gegründet, um eine Plattform zu bieten, die Frauen und Netzwerke miteinander verbindet, sichtbar macht und stärkt, um Austausch zu fördern, strategische Allianzen zu ermöglichen und Raum für echten Austausch und neue Verbindungen herzustellen, damit jede Frau das Netzwerk findet, das zu ihr passt. Und so setzt Düsseldorf mit dem Female Network Festival und knapp 1.000 Teilnehmerinnen, die übrigens nicht nur aus Düsseldorf, sondern aus ganz NRW und sogar darüber hinaus kamen, ein starkes Signal für neue Formen der Zusammenarbeit – getragen von Wirtschaft, Stadt und eben vielen unterschiedlichen Netzwerken.
„Wir möchten mit dem Netzwerk der Netzwerke eine wirkmächtige Frauengemeinschaft ins Leben rufen.“
Dr. Charlotte Beissel, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin der Stadtwerke Düsseldorf AG
Die Initiatorinnen – Henrietta Six wurde von der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Düsseldorf, Karin-Brigitte Göbel, vertreten – waren überwältigt von der großen Resonanz. Denn, so Annette Grabbe, 1.000 Frauen stünden für 1.000 Geschichten, 1.000 Wege und 1.000 Entscheidungen. So entstehe kollektive Wirksamkeit von Frauen, die gestalten wollen. „Wir möchten mit dem Netzwerk der Netzwerke eine wirkmächtige Frauengemeinschaft ins Leben rufen und ihr eine Stimme geben für die vielen relevanten Themen in unserer Stadt und auch darüber hinaus. Wenn ab jetzt einmal im Jahr rund 1.000 Frauen beim Female Network Festival zusammenkommen, die unterjährig in ihren Unternehmen und Netzwerken wirken, dann ist das ein Gewinn für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf“, ergänzte Charlotte Beissel. Von einem mächtigen Signal sprach auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Unterstützer der ersten Stunde und Schirmherr des Festivals: „Es ist mir sehr wichtig, Frauen in Führung, Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen, denn Düsseldorf steht im Wettbewerb um Fachkräfte, Führungskompetenz und Innovationskraft. Formate wie das Female Network Festival leisten dazu einen wichtigen Beitrag, weil sie Verantwortung sichtbar machen und Vernetzung als Standortfaktor stärken.“
Das Herzstück des Festivals war, neben zahlreichen Vorträgen, der Marktplatz der Netzwerke. Mehr als 20 stellten sich vor, man kam unkompliziert ins Gespräch und knüpfte Kontakte. Und weil der Stadt Düsseldorf Frauenförderung ein großes Anliegen ist, war selbstverständlich auch die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart dabei. „Es gibt schon viele aktive Frauen in unserer Stadt und auch eine Reihe von Netzwerkmöglichkeiten. Ich würde mich freuen, wenn diese noch viel mehr genutzt würden“, sagte sie.
So unterschiedlich die Schwerpunkte der Düsseldorfer Frauennetzwerke sind, so unterschiedlich waren die Teilnehmerinnen des Festivals. „Es ist mir ein großes Anliegen, Frauen zu unterstützen und ihnen Türen zu öffnen, wann immer mir das möglich ist“, sagte Stefania Lettini, Inhaberin des italienischen Feinkostgeschäfts Lettinis. Dr. Sabine Brehme, Programmdirektorin des Soroptimist International Clubs Düsseldorf-Königsallee, freute sich, andere Netzwerke kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen. Und Mirjam Zwick, Atelierleiterin beim Modeunternehmen Pio O’kan, fand es sehr spannend, so viele starke Frauen zu treffen: „Eine solche Veranstaltung macht Mut, sichtbarer zu werden.“

Ein besonderes Highlight des Festivals war ein Panel am Abend. Gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur diskutierten unter dem Motto „Leadership Unplugged – Mut. Macht. Menschlichkeit.“ Annette Grabbe, Charlotte Beissel, Maria Kofidou und Karin-Brigitte Göbel über Führungsverantwortung, Machtverständnis, Selbstzweifel und den Spagat zwischen Menschlichkeit und notwendiger Entschlossenheit in verantwortungsvollen Positionen. So berichtete Maria Kofidou, dass in der Veranstaltungsbranche zwar 73 Prozent Frauen arbeiten, aber nur 18 Prozent in Führungspositionen. Habe man einmal eine Funktion mit Gestaltungsmacht inne, brauche es Halteenergie und Konzentration, um diese Macht verantwortungsvoll für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen nutzen zu können, erkläre Charlotte Beissel. Auch Mut, Gewohntes infrage zu stellen, gehöre dazu, so Annette Grabbe. „Frau macht, also hat sie Macht“, ergänzte Karin-Brigitte Göbel. Allerdings nutze man Macht nie allein – sie habe sich immer auf ein tolles Team verlassen können. Und Mona Neubaur betonte, welches Privileg es ist, dass politische Macht begrenzt sei. „Sonst lebten wir nämlich in einer Diktatur.“ Wichtig ist der Ministerin übrigens auch das ganz normale Leben mit ihren Herzensmenschen und sich dafür genügend Zeit zu nehmen.
Und weil das Interesse an diesem ersten Female Network Festival so groß war, soll das Format weitergeführt und sogar ausgebaut werden – eine Neuauflage ist für 2027 bereits geplant.
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