Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Finanzthemen sind trocken und kompliziert? Dass es auch anders geht, zeigte die Stadtsparkasse Düsseldorf mit einer außergewöhnlichen Female Finance-Veranstaltung. Im Spiel lernten Frauen, welche Chancen kluge Geldentscheidungen bieten – und wie Vernetzung Mut macht, Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.
Henrietta Six, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse, hat seit Beginn ihrer Tätigkeit bei dem Düsseldorfer Institut vor gut drei Jahren neben ihrem Schwerpunkt, dem Firmenkundengeschäft, ein weiteres Thema auf ihrer Agenda ganz oben angesetzt: Female Finance, also Finanzbildung für Frauen. „Mit Female Finance-Veranstaltungen für Kundinnen möchten wir dazu beitragen, dass jede Frau die Werkzeuge und das Wissen bekommt, um ihre finanzielle Zukunft selbstbewusst zu gestalten“, gibt Six die Richtung vor.
Beachtung fand kürzlich eine solche Veranstaltung unter dem Motto „Investieren mit Weitblick“, die auf ein in der Finanzbildung noch nicht so verbreitetes Instrument setzte, das Gaming. Im Spiel Finanzwissen zu erwerben, darum ging es dabei. Auf Einladung der Stadtsparkasse Düsseldorf trafen sich Ende Januar 120 Teilnehmerinnen des Female Networks Düsseldorf im Forum der Sparkasse an der Berliner Allee zum Austausch. Neben Workshops und Vorträgen gab es ein Finanzspiel, das den Teilnehmerinnen nicht nur Spaß machte, sondern gleichzeitig Zusammenhänge der Geldanlage und des Kapitalmarktes erhellte – ein Gebiet, das viele Frauen noch immer scheuen. Bei der Geldanlage sind sie oft deutlich zurückhaltender und verlassen sich weniger auf ihr eigenes Urteil als Männer, auch wenn viele beruflich sehr erfolgreich sind.

Zu Beginn zogen die Teilnehmerinnen des Spiels eine Karte, auf der eine erfundene Person beschrieben war. In deren Rolle sollten sie anschließend finanzielle Entscheidungen treffen. Im ersten Abschnitt warteten Quizfragen rund um Geldthemen auf sie, etwa: Was versteht man unter Inflation? Was ist eine Anleihe? Warum lohnt es sich, Geld auf verschiedene Anlageformen zu verteilen, um Risiken zu senken? Oder: Was steckt hinter Immobilienfonds? Die Fragen waren in verschiedene Schwierigkeitsstufen gegliedert, sodass sowohl Einsteigerinnen als auch erfahrenere Anlegerinnen auf ihre Kosten kamen. Im zweiten Teil wurde das Spiel differenzierter: Nun ging es um die Reaktion auf konkrete Situationen, die entweder an der Börse oder im Leben der fiktiven Figur vorkamen.

Die Initiatorinnen dieses Gaming-Konzeptes, Katharina Wald (Vertriebscoach), Sandra Glasebach (Referentin Produktmarketing) und Vanessa Verhoeven (Leiterin eines Privatkundencenters der Sparkasse), konnten sich über ein sehr positives Feedback freuen. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, per QR-Code die Veranstaltung zu bewerten. Dabei kam gut an, dass Finanzwissen nicht trocken, sondern interaktiv vermittelt wurde. Bei der technischen Umsetzung arbeitete das Team mit einer darauf spezialisierten Agentur zusammen. „Das Spiel hat allen dabei geholfen zu reflektieren, welche Bedeutung Finanzwissen für die Teilnehmerinnen hat, und an welchen Stellen sie ansetzen oder weiterarbeiten sollten“, sagt Katharina Wald und freut sich über die sehr offenen Gespräche während und nach dem Spiel. „Wir wollen Frauen Mut machen, die ersten Schritte zu gehen: hin zu mehr Verantwortung für die eigenen Finanzen und zu finanzieller Unabhängigkeit“, fügt Sandra Glasebach hinzu. Das Female Finance-Team der Stadtsparkasse solle Wissen vermitteln und Frauen zu selbstständigem Handeln ermutigen. Der Erfolg ermuntert die Initiatorinnen zu weiteren Plänen, Gaming-Konzepte langfristig zu nutzen, auch andere Zielgruppen anzusprechen und weitere Themen wie Altersvorsorge oder Immobilienfinanzierung aufzugreifen.

Neben dem Finanzspiel erlebten die Teilnehmerinnen weitere Highlights. Als prominente Impulsgeberin war Unternehmerin und Investorin Tijen Onaran eingeladen, bekannt unter anderem aus der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Sie sprach offen über ihre eigene anfängliche Distanz zum Thema Geld. Erst mit dem Schritt in die Selbstständigkeit habe sie sich intensiver mit Finanzen beschäftigt; zuvor sei ihr das Feld zu komplex erschienen. Viele Frauen hätten eine Wissenslücke, weil sie glaubten, jemand anderes kümmere sich schon darum. Ihr Appell: „Mut kann man trainieren wie einen Muskel“ – etwa durch das Üben von Gehaltsverhandlungen oder durch erste Schritte beim Investieren.
www.sskduesseldorf.de/de/home/privatkunden/female-finance.html
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