Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Andrea Greuner ist eine One-Woman-Show und eine der am besten vernetzten Frauen Düsseldorfs.
Gefühlt trifft man Andrea Greuner überall, und zwar immer bester Laune, immer perfekt zurechtgemacht, immer geschmackvoll gekleidet. Und das trotz vollgepacktem Terminkalender: Denn sie ist nicht nur Modejournalistin, Podcasterin, DRK-Botschafterin, Agenturinhaberin und Mutter. Von scheinbar leichter Hand managt sie darüber hinaus als Geschäftsführerin die Interessengemeinschaft Königsallee (IG Kö) und den Verein Fashion Net und ist überdies Sprecherin der Standortinitiative Seestern. „Ich bin eine One-Woman-Show“, sagt sie. Und nein: Ihr Tag hat nicht mehr Stunden als der anderer Leute. „Ich arbeite total gern. Schon als ich das magere Gehalt meiner Schneiderlehre durch diverse Nebenjobs aufgebessert habe, habe ich gelernt, dass sich Einsatz lohnt. Jede Station, ob in einer Tortenfabrik, auf der Messe oder im Verkauf, war ein praktisches Trainingsfeld: für Disziplin, für echte Teamarbeit und für einen offenen Umgang mit Menschen aus den unterschiedlichsten Welten.“ Genau dieses Selbstverständnis prägt sie bis heute: „Ganz gleich, welchen Titel jemand trägt – mir geht es darum, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.“
„Wo man sich persönlich trifft, ergeben sich manchmal rasch auch unorthodoxe Lösungen.“
Andrea Greuner
Vielleicht liegt hierin auch eines der Geheimnisse ihres Erfolgs: Denn Andrea Greuner ist eine der am besten vernetzten Frauen in der Stadt. Seit 2001 lebt die gebürtige Düsseldorferin wieder fest in der Landeshauptstadt – nach Kindheit in Meerbusch-Büderich, Schulzeit in Schloss Salem, ihrer Lehre in Düsseldorf und dem darauffolgenden Studium an der Hamburger Akademie Mode Design, hat es sie zurück in die Heimat verschlagen. Auch während ihrer Semesterferien – sie hat Modejournalismus und Medienkommunikation studiert – jobbte Andrea Greuner, und zwar in Düsseldorf bei der Zeitschrift „Style international“. Später wurde sie deren jüngste Chefredakteurin, freiberuflich. Schließlich hatte sie zu dieser Zeit bereits ihre eigene Agentur, in der sie noch heute Markenberatung anbietet.
„Ich bin seit 25 Jahren berufstätig, habe aber nie eine Bewerbung rausgeschickt. Bei mir ist einfach immer eins zum anderen gekommen“, sagt die heute 50-Jährige. „Ich habe das Glück, dass alle Themen, für die ich mich engagiere, einfach, weil sie mich wirklich interessieren, miteinander korrespondieren.“ So war ihr Blick durch Lehre und Studium schon für die Mode geschärft, als sie für die Style zu internationalen Schauen reisen durfte. Durch die Zeitschrift ergab sich ganz natürlich der Kontakt zu Fashion Net, dem Modebranchenverein Düsseldorfs. Durch ihre PR-Tätigkeit kam sie wiederum zur Standortinitiative Seestern. Und ihre Erfahrungen in der dortigen Quartiersentwicklung zahlen auf ihre Geschäftsführertätigkeit bei der IG Kö ein.
Die Königsallee lebendig und attraktiv zu halten, das ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit. So setzt sie sich hier beispielsweise nicht nur für die angemessene Beleuchtung und die Weiterentwicklung des gastronomischen Angebots ein, sondern auch für Themen wie Sicherheit und Transformation.

Und auf der Kö schließt sich auch der Kreis zur Mode: Nicht nur, weil sich hier die großen Marken in prächtigen Ladenlokalen präsentieren. Sondern auch, weil sich der Boulevard während der von Fashion Net und Wirtschaftsförderung veranstalteten Festivaledition der Düsseldorf Fashion Days in einen sommerlichen Laufsteg verwandelt – Andrea Greuner, wie könnte es anders sein, als Moderatorin mittendrin.
Auch das Thema Aufenthaltsqualität spielt für sie eine zentrale Rolle, sowohl bei ihrer Tätigkeit für den Seestern als auch für die Königsallee. „Das ist ein Zukunftsthema: Wo werden sich die Menschen treffen, wo werden sie sich austauschen, wo werden sie zum Kreativsein inspiriert? Und: Was kann ich dazu beitragen?“ Auch deshalb begegnet man ihr auf so vielen Veranstaltungen. Es geht ihr darum, auf kurzen Wegen Entwicklungen in Gang zu bringen, zu inspirieren und sich inspirieren zu lassen. „Wo man sich persönlich trifft, ergeben sich manchmal rasch auch unorthodoxe Lösungen“, sagt Andrea Greuner, die mit ihrer zwölfjährigen Tochter Philippa und ihrem zweiten Mann Georg Kreplin, einem Insolvenz-Verwalter, in Oberkassel lebt. Hier zelebriert sie in Ruhe das Zusammensein mit der Familie, von hier aus bricht sie zu Spaziergängen in die Natur auf, hier taucht sie gerne in Bücher ab. Und, wenn es ihre Zeit zulässt, wird sie hier auch kunsthandwerklich tätig: Denn ihr Markenzeichen, die langen, stets zu ihrem Outfit passenden Ohrringe, die macht Andrea Greuner teilweise eben auch selbst.
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