Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Großer Umbau bei Blome: Das renommierte Uhren-Geschäft rüstet sich für die Zukunft.
Nobler könnte ein Ausweichquartier kaum sein. Während des aufwendigen Umbaus des bisherigen Domizils an der Kö ist Blome-Uhren für mindestens ein Jahr in die 5. Etage des Kö-Centers unmittelbar dahinter gezogen. Dort passiert der Besucher eine Sicherheitsschleuse und betritt die großzügige Lounge, in der die Kunden seit September empfangen und beraten werden. Es wurde viel investiert, um die Lounge höchst komfortabel zu gestalten. Nicole Blome freut sich über die Resonanz. „In unserem neuen Showroom hat sich die Verweildauer sogar noch gesteigert“, sagt sie. „Alle fühlen sich hier oben wohl und sicher. Die gemütliche Atmosphäre wird geschätzt. Dazu kommt die schöne Aussicht auf die Kö.“
Beliebt wie Oldtimer
Nach dem Umbau soll dieser Bereich aber weiter für die Präsentation von Rolex-Vintage-Uhren genutzt werden. „Eine Sparte, die immer spannender wird“, erklärt Nicole Blome. Sie zeigt auf ihr Handgelenk: „Ich selber trage auch eine alte Rolex, eine Oyster Quarz. Edle Vintage-Uhren werden geliebt wie alte Autos.“ Was macht sie so reizvoll? „Die aktuellen Modelle von Rolex oder auch von Patek Philippe sind nicht immer lieferbar, das weckt Begehrlichkeiten“, antwortet sie. „Manche Kunden möchten nicht monate- oder gar jahrelang darauf warten, also entscheiden sie sich für eine Vintage-Uhr. Viele heben sich durch rare Besonderheiten hervor. In der Regel ist so ein gebrauchtes Schätzchen heute teurer als damals beim Verkauf.“
Die Werkstatt, in der fünf Uhrmacher und zwei weibliche Auszubildende arbeiten, wird ihren Platz in der 5. Etage dauerhaft behalten. Zu ihr gelangt man durch ein repräsentatives Zimmer, in dem Schmuckstücke ausgestellt sind, passend dekoriert zu den Uhren. Nicole Blome weist auf einen schmalen verglasten Raum, bis zur Decke gefüllt mit Regalen: „Unser Reparaturersatzteillager, wir haben es selber mit der besten technischen Ausstattung entwickelt. Es gibt in unserer Branche nur wenige Einzelhändler, die über so etwas verfügen.“
„Es geht immer weiter, die Herausforderungen lassen nicht nach. Ich freue mich auf alles, was kommt.“
Nicole Blome
Sie zeigt auch den Bereich mit den Schleif- und Poliermaschinen, den ansprechenden Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter und schließlich ihr Büro: Nicole Blome und ihre Schwester Christine Blome-Ruhr sind nach ihrem Vater Dieter Blome die Inhaberinnen des renommierten Uhrengeschäfts, das bereits sein 75-jähriges Bestehen feiern konnte. Die Aufgaben haben sie geteilt. Während Christine mit ihrem Gespür für Zahlen lieber hinter den Kulissen bleibt, zeigt sich Nicole gern bei Veranstaltungen und Events. Sie ist das Gesicht des Unternehmens, ist eingebunden in ein solides Netzwerk und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Interessengemeinschaft Kö: „Uns liegt diese wunderbare Straße am Herzen, wir wollen, dass sie nichts an Attraktivität einbüßt.“
Neues Quartier
Tradition verpflichtet, da sind sich die Schwestern einig. Deshalb hatten sie auch den Mut zu ihrem gigantischen Umbau-Projekt. Nicole Blome schildert die Gründe: „Wir waren mit unserem Geschäft immer etwas eingeklemmt von dem zweiteiligen Dior-Ladenlokal und hatten nicht viel Sichtbarkeit für die Kunden, die oft an uns vorbeigelaufen sind. Es kamen dann auch Firmen wie Rolex und Patek Philippe auf uns zu, die sich Gedanken darüber machten, wie gut wir überhaupt zu finden sind.“ Man habe zunächst trotz der perfekten Lage nach einem ganz neuen Quartier entlang der Kö gesucht, sei aber auf nichts Geeignetes gestoßen. „Bis ich auf die Idee kam, wir könnten unser Geschäft doch einfach an eine der Ecken verschieben. Auf den Tausch hat sich Dior eingelassen, ein Umbau war dort ohnehin geplant.“
Künftig wird Blome-Uhren also rechts von Dior gleich gegenüber von Prada residieren – mit 15 Metern Schaufensterflächen und hohen Fenstern, die viel Licht hereinlassen. Der Schritt in die Zukunft macht die Geschäftsführerin stolz: „Wir sind eines der letzten familiengeführten Unternehmen an der Kö. Ich finde es wichtig, dass es Einzelkämpfer wie uns auch weiterhin gibt.“

Klangvoller Name
Manchmal schaut Senior Blome herein und ist zufrieden mit den Töchtern, die sein Werk fortführen. Der Name Blome hat einen guten Klang, er steht für Edelmarken wie Rolex und Patek Philippe sowie für Omega und Pantarei, die bei der jüngeren Generation als Einsteigermodelle in den Luxusmarkt populär sind.
Zu den wenigen Familienunternehmen an der Kö gehört auch Catherine Sauvage im Erdgeschoss des Hochhauses. Seit November 2025 sind der Uhren- und der Juwelenhändler durch eine Kooperation verbunden. „Wir verkaufen neuerdings dessen Schmuck“, berichtet Nicole Blome. Geschäftsführer Philip Hahn beliefert den Groß- und Einzelhandel mit den extravaganten Juwelen von Catherine Sauvage und will sich mehr auf den Großhandel konzentrieren. „Es geht immer weiter, die Herausforderungen lassen nicht nach“, sagt die Blome-Chefin. „Ich freue mich auf alles, was kommt.“
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