Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung, die älter als 50 Jahre sind, schnarchen. Vom gelegentlichen leichten Atemgeräusch bis hin zu schwerem Schnarchen mit Atemaussetzern ist das Spektrum groß. Unterschiedliche Therapiemöglichkeiten können Abhilfe schaffen.
Häufig ist nächtliches Schnarchen harmlos, tritt vielleicht nur dann auf, wenn Betroffene – übrigens schnarchen Männer häufiger als Frauen – zu viel Alkohol getrunken haben. Es kann aber auch mehr dahinterstecken. Und weil, wer dauerhaft und viel schnarcht, schlecht schläft, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. Schlechter Schlaf führt zu Leistungsabfall, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen.
Kommen nächtliche Atemaussetzer dazu, sprechen Fachleute von einer Schlafapnoe, einer Einengung oder einem Verschluss der Atemwege. Diese Atempausen können von wenigen Sekunden bis zu zwei Minuten anhalten und mehrmals pro Stunde vorkommen, sie führen zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut. Das sogenannte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist das mit Abstand am häufigsten diagnostizierte Schlafapnoe-Syndrom. Aufgrund der Erschlaffung der Rachenmuskulatur oder des Zungengrunds fallen diese während des Schlafs nach hinten und verschließen die oberen Atemwege. „Diese ständigen Atemaussetzer verhindern nicht nur den erholsamen Schlaf, sie verursachen auch körperlichen Stress. Langfristig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall und auch für Demenzerkrankungen“, erklärt Dr. Gregor Wolf, Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde und Kopf und Halschirurgie am Evangelischen Krankenhaus (EVK) Düsseldorf.

„Die ständigen Atemaussetzer verhindern nicht nur den erholsamen Schlaf, sie verursachen auch körperlichen Stress.“ Dr. Gregor Wolf
Für Betroffene gibt es eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten. Zunächst empfiehlt sich ein ambulantes Schlafapnoe-Screening, die Polygraphie, bei der mithilfe eines mobilen Geräts Atemaussetzer erfasst werden. Heutzutage können übrigens sogar Smartwatches helfen, solche Anzeichen für Schlafapnoe zu erkennen. Zeigt das Screening Auffälligkeiten, ist der nächste Schritt die sogenannte Polysomnographie. „Hierbei wird der Schlaf während einer oder mehrerer Nächte in einem Schlaflabor analysiert. Dafür kooperieren wir mit mehreren Schlaflaboren in der Region“, erläutert Dr. Wolf. Zeigt die Diagnose, dass es sich „nur“ um reines Schnarchen handelt, lässt sich dieses mithilfe minimaler Eingriffe zur Verbesserung der Nasenatmung, zur Straffung des Gaumensegels oder zur Verkleinerung des Zungengrunds sehr gut behandeln.
Wird das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert, richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad der Erkrankung, wobei das nächtliche Tragen einer Maske den Goldstandard, also die gegenwärtig beste Therapieform, darstellt. Allerdings vertragen nicht alle Patienten eine Maske und benötigen deshalb eine alternative Lösung. So ist eine weitere Therapiemöglichkeit eine spezielle Zahnschiene – sie wird nachts getragen und schiebt den Unterkiefer nach vorne, was den Rachen öffnet und dadurch die Atemwege freihält. Da für die Anfertigung einer solchen Schiene Spezialisten erforderlich sind, halten Dr. Wolf und sein Team eine Liste von Zahnärzten bereit, an die Betroffene sich wenden können.

Hilfreich kann es auch sein, die Schlaflage zu ändern, denn Schnarchen und Schlafapnoe können durch die Rückenlage begünstigt werden. Eine sogenannte „Rückenlagevermeidungsweste“ hilft Betroffenen dabei, sich im Schlaf nicht unwissentlich in die Rückenlage zu drehen. Und selbstverständlich kann auch die übliche und allgemein bekannte Schlafhygiene dazu beitragen, Schnarchen und leichte Schlafapnoe zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Schlafenszeiten, eine ruhige und dunkle Schlafumgebung sowie der Verzicht auf Koffein und Alkohol am Abend.
Sind alle diese Alternativen erfolglos ausgeschöpft, setzt Dr. Wolf auf die Implantation eines Zungenschrittmachers. Dieser stimuliert während des Schlafs die Zungen- und Mundbodenmuskulatur über den versorgenden Nerv und führt somit zu einer muskulären Eröffnung des Atemwegs. Der Schrittmacher – er hat etwa die Größe einer Streichholzschachtel – wird, ähnlich dem Herzschrittmacher, während eines eineinhalbstündigen minimalinvasiven Eingriffs im Bereich des Schlüsselbeins implantiert. Eine zweite Möglichkeit ist die Implantation unterhalb des Kinns – programmiert wird der Schrittmacher dann über eine Sendeeinheit, die nachts mittels eines Pflasters auf die Haut unter dem Kinn aufgeklebt wird. Welche Variante für welchen Betroffenen die geeignetere ist, bespricht Dr. Wolf ganz individuell mit jedem einzelnen Patienten. Die Kosten für die Implantation eines Zungenschrittmachers werden übrigens in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Das EVK Düsseldorf führt in der Landeshauptstadt die meisten Implantationen durch, und Dr. Wolf gilt als ausgewiesener Experte. Er verfügt als einer von nur ganz wenigen Ärzten in Deutschland über die Qualifikation, sogar andere Ärzte ausbilden zu dürfen.
Das richtige Bett für ruhige Nächte

Jeder Mensch braucht seinen individuell optimierten Schlafplatz, um perfekte Leistung zu bringen und sich tagsüber wohlzufühlen. Wer regelmäßig schnarcht, schläft nicht gut – das richtige Bett kann Abhilfe schaffen. So sollte der Körper ohne Druckpunkte gut gebettet sein. Die meisten Matratzen sind jedoch zu fest, oft durchgelegen und bieten keine passende Unterstützung für den Körper. So sollten in der Rückenlage Gesäß und Schulterblätter tiefer in der Matratze liegen, damit Wirbelsäule und Bandschreiben sich optimal erholen können. Eine Hochlagerung des Oberkörpers oder auch nur des Kopfs kann förderlich sein, um die optimale Schlafposition zu erreichen. Mithilfe der sogenannten SLB-Box lassen sich Schulterund Lendenbereich um bis zu 15 Zentimeter nach oben oder unten bewegen, um die perfekte Position für den Kopf zu finden. Je nach Schlafposition ist oft auch ein Keilkissen hilfreich. Wichtig für guten und gesunden Schlaf ist zudem die Auswahl des Materials – Matratzen, Topper, Decken und Kissen sollten nicht aus Synthetik, sondern aus Naturmaterialien sein.“
www.betten-thiele.de
www.somnar.de
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