Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Seit Mai leitet Stefan Winkler das Steigenberger Icon Parkhotel. Der international erfahrene General Manager will das Haus weiterentwickeln und in die Stadt hinein vernetzen.
Eigentlich hätte er Jurist werden sollen. Allerdings war Stefan Winkler nach ein paar Schulpraktika rasch klar: „Das ist nicht meine Welt.“ Stattdessen zog es ihn ins Gastgewerbe – genauer gesagt in die Hotellerie und von Holzminden zunächst nach München. „Schon damals wollte ich so weit wie möglich von zu Hause weg“, sagt der neue General Manager des Steigenberger Icon Parkhotels an der Kö – und damit Chef eines der renommiertesten Hotels der Landeshauptstadt. Nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann in der bayrischen Hauptstadt arbeitete er in so ziemlich allen Bereichen, die zur Hotellerie gehören: von Rezeption über Restaurant und Bar bis hin zu Controlling und Geschäftsführung: „Ich wollte mich möglichst breit aufstellen“, sagt Winkler. Und er kam viel herum, wirkte unter anderem für Interconti, Kameha und Jumeirah, baute Brands auf, renovierte und eröffnete Hotels, war zum Beispiel in Hamburg, in Frankfurt am Main tätig und unterstützte Projekte in Köln und in Warschau. Und dann das große Abenteuer: Auf Bali eröffnete er ein Resort und zuletzt ein Hotel in Nairobi.

Mit mehr als zwei Jahrzehnten internationaler Erfahrung in der Luxushotellerie ist er nun zurück in Deutschland – neu in der Steigenberger-Gruppe und neu in Düsseldorf, seiner jüngsten Tochter wegen. „Sofia hat mit ihren vier Jahren schon auf drei Kontinenten gelebt, spricht besser Englisch als Deutsch und hat gute Ansätze eine Weltenbummlerin zu werden“, sagt der dreifache Vater stolz. „Aber zunächst möchten meine Frau Kykka und ich, dass sie das deutsche Schulsystem kennenlernt.“ Zurzeit besucht sie allerdings erst einmal eine Kita. Und da diese nun einmal in Heerdt ist, hat sich das Ehepaar dort auch eine Wohnung gesucht. „Wir fühlen uns sehr wohl in dem Stadtteil“, sagt Winkler, der nahezu jede Sekunde seiner knapp bemessenen Freizeit mit seiner Familie verbringt, gerne in der Natur und am Rheinufer unterwegs ist, unter der Woche auch mal durch die Altstadt schlendert, mit Freude die Kö erkundet oder auf „dem Balkon Düsseldorfs“, der Terrasse der im Steigenberger beheimateten Brasserie „Jones“, einen entspannten Cappuccino mit Blick auf den Corneliusplatz genießt. Düsseldorf erlebe er als eine sehr lebendige, internationale, offene Stadt von hoher Lebensqualität, „die kulturell, modisch und kulinarisch enorm viele Möglichkeiten bietet“. Besonders freut sich der 52-Jährige, ein großer Fan asiatischen Essens, über die üppige asiatische Gastronomieszene in der Landeshauptstadt.
Mit dem Steigenberger Parkhotel hat Winkler viel vor: „Zurzeit arbeiten wir an einem Konzept, um das Haus nicht nur für unsere Stammgäste attraktiv zu halten, sondern auch für neues Publikum zu öffnen“, sagt er. „Dazu gehören beispielsweise neue Ideen für das Pink Pepper. Wir wollen auf der Kö kulinarisch etwas Besonderes bieten – nicht unbedingt Sterneküche –, aber mit einem lebendigen Konzept und mit guter Qualität und Preisen überzeugen.“ Überhaupt plane er, die Sichtbarkeit des Fünf-Sterne-Hotels zu erhöhen, es weiter in der Stadt zu vernetzen. Auch das Thema Events – das Steigenberger war bereits oft Hofburg des Prinzenpaars und ist traditionell Schauplatz der Ladies Night – will der Manager weiter ausbauen.
„Meine Arbeit ist nicht einfach nur ein Job, sie ist für mich Hobby und Leidenschaft.“ Stefan Winkler
Ein wenig Sorge bereitet ihm das in die Jahre gekommene Dach des mehr als 120 Jahre alten, denkmalgeschützten Grand Hotels: „Es gibt nicht mehr viele Firmen, die sich damit auskennen“. Aber er würde es auch nicht anders haben wollen. „Unser Hotel erzählt allein durch die zahlreichen Berühmtheiten, die bei uns schon zu Gast waren, viele Geschichten. Das bringt Seele ins Haus und weckt Interesse“, sagt Winkler. Dennoch geht auch an einem Hotel mit so klangvollem Namen der Fachkräftemangel nicht vorbei, dem er aktiv entgegenarbeitet: Seit dem 1. August zählen wieder vier neue Azubis zu seinen mehr als 100 Mitarbeitern. „Wer bei uns arbeiten möchte, sollte kontaktfreudig und ein Teamplayer sein, Freude an unterschiedlichen Kulturen und daran haben, Gastgeber zu sein. Außerdem gehört die Lust dazu, jeden Tag etwas Neues zu lernen“, sagt Winkler, der sich als Teil des Teams versteht: „Als Direktor allein könnte ich solch ein Haus nicht führen. Meine Aufgabe ist wie die eines Dirigenten: Ich sorge dafür, dass alles reibungslos abläuft, unterstütze die Mitarbeiter und bin Schutzschild für sie.“
Ein ganz besonderer Reiz des Steigenberger Icon Parkhotels bestehe in der Internationalität seines Publikums. „Dafür muss man die unterschiedlichen Gepflogenheiten kennen.“ Winkler selbst kommt auch in diesem Punkt seine Weltgewandtheit zugute. „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr junge Leute trauen, ihre Komfortzone zu verlassen und auch mal im Ausland zu arbeiten“,nsagt er. „Es ist sehr hilfreich zu wissen, wie Hotellerie in anderen Ländern funktioniert, und es ist wunderbar, auf der ganzen Welt Freunde zu haben. Aber“, fügt Stefan Winkler hinzu, „vor allem sollte man von dem begeistert sein, was man tut. Für mich ist meine Arbeit nicht einfach nur ein Job, sie ist für mich Hobby und Leidenschaft. Ich freue mich jeden Morgen darauf, und auch nach 30 Jahren ist das noch immer mein Traumberuf.“
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