Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Sonnenbrillen runden das Sommer-Outfit ab und sorgen dafür, dass die Augen vor der Sonne geschützt sind. Ein Überblick über aktuelle Trends und worauf beim Kauf zu achten ist.
Wenn man an Audrey Hepburn denkt, kommt einem ziemlich schnell das Bild von ihr aus „Frühstück bei Tiffany“ in den Kopf, wo sie die berühmte „Manhattan“-Sonnenbrille von Oliver Goldsmith trägt. Gleiches gilt für „Top Gun“-Star Tom Cruise, der mit einem Modell von Ray Ban überzeugte und die Brillen auch heute noch trägt. Auch „Vogue“-Chefin Anna Wintour ist nur selten ohne große, dunkle Brillen zu sehen. Sonnenbrillen sind weitaus mehr als nur Hilfsmittel, um sich vor der Sonne zu schützen. Sie runden ein Outfit ab und unterstreichen bestenfalls die Persönlichkeit ihrer Trägerin oder ihres Trägers.
Eine aktuelle Allensbach-Studie im Auftrag vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS) zeigt: 86 Prozent der Deutschen tragen regelmäßig eine Sonnenbrille. So viele wie nie zuvor seit Beginn der Erhebungen vor gut 70 Jahren. Am stärksten zeigt sich die Entwicklung in der jungen Zielgruppe: 92 Prozent der 16- bis 29-Jährigen nutzen Sonnenbrillen, 57 Prozent davon vor allem als modisches Accessoire. Mehr als die Hälfte besitzt mehrere Modelle, um unterschiedliche Looks zu kreieren.
Auf den wichtigen Laufstegen von Paris, Mailand, London und New York wurden als Trends für den Sommer 2025 vor allem Oversize- und Statement-Brillen gezeigt. Übergroße Masken-Sonnenbrillen, elegante Schmetterlingsformen sowie scharfkantige, futuristische Brillen, die einen modernen Touch verleihen, gehören zu den Kollektionen der großen Marken. Auch zu sehen: extreme Bug-Eye-Modelle, die mit Kopftüchern kombiniert werden. Große, runde Brillen im Stil der 1960er-Jahre feiern dieses Jahr ebenfalls ein Comeback. Inspiriert von Ikonen wie Jackie O., setzen diese Modelle ein elegantes Statement.
Ein Blick auf die Trends für den Sommer zeigt außerdem, dass Farbe ins Spiel kommt. Getönte Gläser in Gelb, Rosa oder Blau verleihen dem Outfit eine verspielte Note, während Fassungen in Rot oder der Trendfarbe Mocha Mousse klassischeren Formen einen modernen Touch geben. Verzierungen wie Strasssteine oder Perlen – beispielsweise bei Moschino gesehen – sind echte Hingucker.
Einen weiteren Look für den Sommer verrät Niklas Wilde von Optik Ziem an der Heinrich-Heine-Allee: „In diesem Jahr geht der Trend zu Brillen mit Verlaufsgläsern, also Gläsern, die im oberen Bereich dunkler sind und nur nach unten heller werden. Bei der Rahmenart sieht man einen deutlichen Trend zu rahmenlosen Brillen. Die Kombination aus beidem ist auch in Film, Fernsehen und Social Media sehr präsent.“ Einen Klassiker, den der Fachmann ebenfalls empfehlen kann, ist die Fliegerbrille. „Die Form ist seit fast 40 Jahren Bestandteil jeder Kollektion und wird immer noch viel nachgefragt. Auch die altbekannte Kastenform, wie zum Beispiel bei der ,Warfare‘ von Ray-Ban, sind absolute Verkaufsschlager und von Jung bis Alt beliebt.“

Bei der Wahl eines geeigneten Sonnenbrillen-Modells sollte man sich unter anderem die Frage stellen, was einem am eigenen Gesicht besonders gut gefällt und welche Vorzüge man gerne betonen möchte. Das können die Augenfarbe oder beispielsweise auffällige Wangenknochen sein. Niklas Wilde von Optik Ziem hält nicht viel davon, dass allein die Gesichtsform über das passende Brillenmodell entscheiden soll. „Wir leben im Jahr 2025. Ich bin der Meinung, jeder soll die Brille tragen, die ihm oder ihr gefällt. Das Gestell nach Gesichtsform zu wählen, ist veraltet und oft genug widerlegt worden. Denn: Fühle ich mich wohl und gefällt mir meine Brille, strahle ich dies nach außen aus, und die Sonnenbrille passt zu mir“, ist er sich sicher.
Wer unsicher ist, welches Modell ihm gefällt und alltagstauglich ist, kann sich beim Optiker beraten lassen. Dort kann die Brille auch direkt angepasst werden. „Sie soll weder rutschen noch drücken. Hier ist die richtige Anpassung im Fachgeschäft maßgeblich“ betont Niklas Wilde.
Worauf beim Kauf auf jeden Fall zu achten ist: Die Brille sollte einen UV-Schutz haben. Denn zu viel Sonne schadet nicht nur der empfindlichen Haut rund um das Auge, auch die Netzhaut der Augen leidet. „Bei extremer Sonneneinstrahlung können sowohl das direkte Licht als auch das unsichtbare Spektrum (UVA- und UVB-Strahlung) bleibende Schäden – wie eine Trübung der Linse – hervorrufen“, sagt Professor Dr. Thomas Laube, Facharzt für Augenheilkunde aus Düsseldorf. Der „Grauschleier“ in der Optik, der auch als „Grauer Star“ bekannt ist, trete nicht nur altersbedingt auf, sondern werde ebenso durch UV-Strahlung begünstigt. An der Netzhaut kann es zu irreversiblen Schäden kommen. „Bei zu starker Strahlung können darüber hinaus – ähnlich wie beim Sonnenbrand auf der Haut – die Zellen der Netzhaut geschädigt werden. Eine entzündliche Reaktion der Hornhaut, die man Verblitzung nennt, kann ebenfalls die Folge starker UV-Strahlung sein“, so Professor Dr. Laube. Anzeichen für das Absterben des betroffenen Zellgewebes sind in diesem Fall geschwollene Augen, die erst sechs bis sieben Stunden nach dem intensiven Sonnenkontakt auftreten können. Therapeutische Maßnahmen wie Augensalben helfen nur bedingt.

„Beim Kauf einer Sonnenbrille empfehle ich, nicht nur auf das CE-Zeichen zu achten, sondern auch auf die Blendschutz-Kategorie.“
Prof. Dr. med. Thomas Laube, Facharzt für Augenheilkunde
top Experte:
Starker Lichtschutz ist wichtig
Ausschließlich Sonnenbrillen mit UV-Schutz können vor Erkrankungen der Netzhaut wie der Makuladegeneration schützen. Beim Kauf einer Sonnenbrille empfiehlt es sich, nicht nur auf das CE-Zeichen zu achten, auch die Blendschutz-Kategorie spielt eine wichtige Rolle. Das Anforderungsprofil an die Sonnenbrille hängt von den persönlichen Bedürfnissen und der Umgebung ab. Sonnenbrillen teilt man – je nach Lichtdurchlässigkeit – in fünf Blendschutz-Kategorien ein. Für den Sommer hier zu Hause ist die Schutzstufe 2 der passende Universalfilter. Das UV-Licht wird zu 60 bis 80 Prozent geblockt. Auch phototrope (selbsttönende) Gläser können für den sommerlichen Stadtbummel oder das Picknick im Grünen eine Alternative sein. Sonnenhungrige, die es in südliche Regionen zieht, sollten allerdings Gläser mit stärkerem Lichtschutz wählen. Im Gegensatz zum CE-Zeichen auf der Innenseite des Bügels, ist die Angabe der Blendschutz-Kategorie für die Hersteller freiwillig. Wer unsicher ist, ob seine Sonnenbrille die Richtige ist, sollte auf jeden Fall einen Augenoptiker konsultieren.
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