Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
In Monheim am Rhein ist aus einer Idee ein Ort geworden, an dem Ehrenamt und Nachhaltigkeit ganz konkret gelebt werden: Im Zentrum „Sojus 7“ schrauben Freiwillige an alten Fahrrädern – mit wachsendem Erfolg. Jetzt unterstützt auch die Stadtsparkasse Düsseldorf das Projekt mit einer fünfstelligen Summe.
Fahrräder reparieren, Ressourcen schonen und Menschen zusammenbringen – in Monheim am Rhein gelingt das alles unter einem Dach. Das „Sojus 7“, ein städtisches soziokulturelles Zentrum, ist ein Paradebeispiel für gelebtes Engagement. Derzeit wird das Zentrum umfassend saniert, auch die Fahrradwerkstatt wurde deutlich erweitert. Auf rund 120 Quadratmetern reparieren ehrenamtliche Helfer gespendete Räder – ein Projekt mit sozialem und ökologischem Mehrwert.
Auf dieses Projekt wurde die Stadtsparkasse Düsseldorf aufmerksam, deren Geschäftsgebiet auch Monheim umfasst. Als öffentlich-rechtliches Institut sieht sie sich nicht nur in der Pflicht, Menschen und Unternehmen mit Finanzdienstleistungen zu versorgen – sondern auch darin, das gesellschaftliche Leben in der Region aktiv mitzugestalten. So fördert sie regelmäßig soziale und kulturelle Initiativen. Zur Einweihung der erweiterten Fahrradwerkstatt überreichte daher Dr. Stefan Dahm, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf, einen Förderbetrag in Höhe von 90.000 Euro.
„Es ist nachhaltig, zu reparieren statt wegzuwerfen“, betonte Dahm bei der Übergabe. Zudem lebe das Projekt vom
freiwilligen Einsatz vieler Ehrenamtlicher: „Genau solche Initiativen wollen wir unterstützen.“ Besonders beeindruckt habe ihn auch der partizipative Ansatz des Zentrums: Bürgerinnen und Bürger können sich einbringen und Projekte mitgestalten. So werde etwas angestoßen, aus dem mehr entstehen könne.

Seit jeher engagiert sich die Stadtsparkasse Düsseldorf über Stiftungen, Fördergelder und den PS-Zweckertrag aus dem Verkauf von Sparkassen-PS-Losen für Kunst, Sport und soziale Projekte. Im Jubiläumsjahr – die Sparkasse wird 200 Jahre alt – ist dieses gesellschaftliche Engagement ein besonderes Anliegen. „Es gehört zur DNA der Sparkasse, dass wir der Region und der Gesellschaft etwas zurückgeben“, so Dahm. Dazu wurde jüngst eine Nachhaltigkeitsstiftung mit einem Kapitalstock von 20 Millionen Euro ins Leben gerufen, die auch Bürgerbeteiligung ermöglicht.
Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann zeigte sich ebenfalls erfreut über die Unterstützung: „Nachhaltigkeit war im Sojus 7 immer ein zentrales Thema – das passt also hervorragend zusammen. Im alten Gebäude hätten wir die neuen Räume gar nicht unterbringen können. Mit dem Umbau ist es gelungen, nicht nur die alte Bausubstanz zu erhalten, sondern neue Flächen zu schaffen – für Ehrenamtliche, Künstlerinnen und Künstler, für gelebte Soziokultur.“

Das Sojus 7 zog 1988 in die Hallen einer früheren Krautfabrik – zunächst als Kunst- und Kulturverein, seit 2008 als städtische soziokulturelle Einrichtung. Es gehört damit zu den wenigen Einrichtungen dieser Art in NRW unter kommunaler Trägerschaft. Die Fahrradwerkstatt entstand 2016 gemeinsam mit lokalen Partnern als soziales Projekt zunächst für Geflüchtete; darüber hinaus können Interessierte mit ihren defekten Rädern vorbeikommen und sie mit Unterstützung ehrenamtlicher Bastler wieder instand setzen. „Die Idee war immer, Fahrräder wieder nutzbar zu machen – und vor allem, dabei zu lernen, wie man selbst repariert“, erklärt Sojus-7-Leiter Christian Kaindl.
Zum Zentrum gehören neben der Fahrradwerkstatt auch ein Veranstaltungssaal und ein Café, Ateliers, fünf Proberäume für Musikbands, ein Tonstudio, ein Medienraum sowie weitere Flächen für Veranstaltungen. Das Sojus 7 lebt vom Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Unterstützer. Zum hauptamtlichen Team zählen neben Kaindl zwei Veranstaltungskaufleute, drei Veranstaltungstechniker und weitere Teilzeitkräfte – alle bei der Stadt Monheim beschäftigt.
Die Wirkung des Engagements reicht über das Zentrum hinaus, wie die Fahrradwerkstatt zeigt: Viele Räder werden von Bürgern gespendet. Jetzt sucht das Sojus 7 weitere helfende Hände. „Ohne die vielen Spenderinnen und Spender – und unsere Ehrenamtlichen, die hier unermüdlich an den Rädern schrauben – wäre das Projekt nicht möglich. Ihnen gilt ein ganz großes Dankeschön“, so Kaindl.

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