Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil war zu Gast beim Ständehaus Treff.
Authentisch, klar, sympathisch: So gab sich Vizekanzler Lars Klingbeil, seit 42 Tagen im Amt, beim 102. Ständehaus Treff der Rheinischen Post. Und rund 450 geladene Gäste aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport folgten dem spannenden Podiums-Gespräch zwischen dem Vizekanzler und RP-Chefredakteur Moritz Döbler. Klingbeil, einer der gefragtesten Gesprächspartner des Landes, betonte, dass er, anders als in der Ampel geschehen, nicht jeden Konflikt der Koalition öffentlich diskutieren wolle. Es sei wichtig, über das Gemeinsame zu reden, nicht über das Trennende. „Wenn wir Interesse haben, dass dieses Land stark bleibt, müssen wir gegen die Polarisierung ankämpfen.“ Und er zeigte sich angesichts der konstruktiven Gespräche mit den Kollegen zuversichtlich, den Haushalt für das laufende Jahr und auch den für 2026 bald vorstellen zu können. „Zwei Haushalte, in denen wir viel investieren, wo wir die Stärken Deutschlands in den Fokus setzen. Wir wollen bei Infrastruktur, bei Digitalisierung, Bildung, bei Klimaneutralität, beim Thema Wohnen investieren, weil wir glauben, dass es dieses Land stärker macht.“ Dazu wolle er Bürokratie abbauen. „Damit die Bürgerinnen und Bürger sehen, dass schnell etwas passiert. Jeder Euro, den wir in die Funktionsfähigkeit dieses Landes investieren, ist auch ein Euro für die Demokratie und die Stabilität dieses Landes.“ Und er wolle ein verlässliches Ökosystem schaffen, damit Unternehmer in Deutschland investieren.
Unterstützung für die Ukraine, eine Lösung mit den USA und die Situation im Nahen Osten waren weitere Themen, die Döbler und Klingbeil diskutierten: „Gerade weil ich solidarisch mit dem Staat Israel bin, muss ich nicht automatisch mit der Regierung Netanjahu einig sein“, sagte Klingbeil, der für eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina plädierte.
Aber auch Persönliches wurde besprochen: Er stammt aus einfachen Verhältnissen, die Mutter Verkäuferin, der Vater Unteroffizier, die Schwester Polizistin. Für Leute wie seine Eltern müsse die Sozialdemokratie da sein, betonte der 47-Jährige und ergänzte: „Aufstieg muss möglich sein.“
Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek, Bereichsleiterin RP-Events Annemarie Brems, Vizekanzler Lars Klingbeil und Herausgeber der Rheinischen Post Martin Ebel (v.l.) vor dem Ständehaus
Zu Ehren des Vizekanzlers und mächtigsten Mannes der SPD hatte sich das Team von GCS Catering übrigens viele Gedanken über die Zusammenstellung des hervorragenden Menüs gemacht. Die Gäste (darunter Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek, Henkel-Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah, Journalist Wolfram Kons, Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert, Landtagspräsident André Kuper, Tonhallenintendant Michael Becker, Regisseur Sönke Wortmann und Philosoph Richard David Precht) genossen ein Rote Bete-Risotto an goldener Milch, darauf folgte Spargel vom Niederrhein und zum süßen Abschluss mit Spaghetti-Eis dann das Lieblingsdessert des Vizekanzlers. Am 29. September dürfen die Gäste des kommenden Ständehaus Treffs übrigens erneut gespannt sein: Dann ist Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast.
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