Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Der Vertrag zwischen der Karlplatz GmbH und der Stadt wurde um 15 Jahre verlängert. Um, wie vertraglich festgeschrieben, noch nachhaltiger zu werden, wird ein Mehrwegsystem eingeführt. Auch eine Photovoltaikanlage ist in Planung.
Der Carlsplatz – zugleich pulsierendes Herz und über die Grenzen Düsseldorfs hinaus strahlendes Aushängeschild der Stadt – soll noch nachhaltiger, ökologischer und ressourcenschonender werden. So wurde es im neuen Mietvertrag zwischen Karlplatz GmbH und Stadt festgeschrieben, der dem Wochenmarkt Planungssicherheit für die kommenden 15 Jahre gibt. „Wir freuen uns sehr, dass uns die Stadt erneut mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hat und damit die vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzt“, sagt Heiner Röckrath, der seit 2014 die Geschicke des Carlsplatzes lenkt. „Und jetzt können wir auch das Thema Photovoltaik-Anlage auf der Marktüberdachung und damit das geforderte Thema Strom aus erneuerbaren Energien angehen. Zurzeit prüfen wir die Machbarkeit“, sagt der Geschäftsführer der Wochenmarkt Karlplatz GmbH. Und: „Eine PV-Anlage könnte ein Alleinstellungsmerkmal werden, das auch nach außen wirkt.“ Mit Blick auf die Statik des Glasdachs denkt er dabei an Solar-Folien. Das Dach war 1998 beim großen Umbau des Marktes errichtet worden und ist seit eineinhalb Jahren bereits mit LED-Lampen bestückt. Das gilt auch für die übrige Beleuchtung auf dem Wochenmarkt – bis hin zur Lampe im Müllkeller. „Da die Energiesparlampen nur noch neun statt 60 Watt verbrauchen, sparen wir eine Menge Strom.“
An den 60 Ständen des Marktes, ein Drittel davon Gastronomie, findet sich von farbenfrohem Obst und Gemüse über Käse, Fleisch und Fisch, verzehrfertige Speisen, Wein, Gewürze und Blumen bis hin zu frisch gemahlenem Kaffee, Brot und Feinkost alles, was man sich wünschen kann, und zwar nach Möglichkeit regional erzeugt, saisonal und unverpackt. Die Kunden – die meisten bringen eigene Taschen mit – können also immer genau die Mengen kaufen, die sie benötigen. Das beugt Lebensmittelverschwendung und Verpackungsmüll vor. Und: „In unserer internationalen Gastronomie haben wir schon vor vielen Jahren von Papp- auf Porzellangeschirr umgestellt“, sagt Röckrath. Hinzukommen soll laut neuem Vertrag künftig ein geregeltes Mehrwegsystem. „Einige Händler erproben Mehrweggeschirr bereits, auch wenn das To-go-Geschäft nur etwa zehn Prozent ausmacht“, so Röckrath. Er strebt ein gemeinsames System an. Damit könnten die wiederverwendbaren Verpackungen nicht nur flächendeckend an allen Ständen ausgegeben, sondern auch zurückgenommen werden.
Auch wer nur kleine Mengen braucht, wird auf dem Carlsplatz fündig.
Apropos Abfall: „Wir sind einer der wenigen Wochenmärkte, die ihren Müll komplett trennen“, betont Röckrath. Ob Wertstoffe, Papier und Pappe, Biomüll oder Fett – „seit mehr als zehn Jahren gehen keine fettigen Abfälle mehr in die Kanalisation“: Alles wird einzeln entsorgt. „Wir haben nur noch einen kleinen Anteil Restmüll. Und seit dem Jahreswechsel werden auch Speisereste, aus denen Biogas gewonnen wird, separat abgefahren.“
Zur Nachhaltigkeit soll zudem die ständige Bepflanzung der Stände zur Benrather Straße hin beitragen: „Die Pflanzkübel, die uns das Gartenamt zur Verfügung stellt, werden wir dauerhaft durch einen Gärtner bepflanzen und pflegen lassen“, sagt Röckrath, der sich neben Immergrünem auch ein paar saisonale Farbtupfer dafür wünscht. „Das wird die Aufenthaltsqualität nochmals steigern.“ Denn: „Der Carlsplatz ist wie ein Dorf. Besonders am Wochenende trifft man sich hier, trinkt ein Glas Wein oder Bier zusammen, und schon hat man einfach einen schönen Samstagvormittag gehabt“, sagt Röckrath und fügt hinzu: „Eine Umfrage hat gezeigt, dass 76 Prozent der Besucher den Carlsplatz für ein Stück Düsseldorfer Identität halten.“
Begeistert ist Heiner Röckrath von den jüngsten Maßnahmen der Stadt. „Der Umbau des Platzes im vergangenen Jahr bedeutet eine Aufwertung für das ganze Quartier und trägt darüber hinaus mit seinem umfangreichen Mobilitätskonzept zur Erreichbarkeit unseres Marktes bei, der durch die Wehrhahnlinie bereits seit 2016 optimal an den ÖPNV angebunden ist. Wir sind Nahversorger und Naherholungsort. Das zeigt sich auch daran, dass die meisten unserer Kunden zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffentlichen zu uns auf den Carlsplatz kommen.“
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