Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Hinter einer unauffälligen Hofeinfahrt an der Bilker Straße eröffnet sich ein Kosmos des Lichts. Designleuchten – von streng funktional bis opulent – in allen erdenklichen Farben und Formen zeigen, dass eine Leuchte weit mehr sein kann, als ein simples Mittel, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn die Leuchten von „Licht by Horst“ sind handverlesene Designstücke.
In aller Welt, ob in Paris, London, Frankfurt am Main oder Barcelona, gehen Michael und Cordula Horst auf die Suche nach außergewöhnlichen Leuchten – zum Beispiel von Ochre aus Großbritannien, Giopato & Coombes aus Italien und Lasvit aus Tschechien – in denen sich Form und Funktion auf besondere Art verbinden. „Wir sind immer in Bewegung, immer auf der Suche nach neuen Impulsen, zumal sich auch die Lichttechnologie ständig wandelt“, sagt Michael Horst und ergänzt: „Wir haben hier mehr als 100 Kollektionen und können zu jeder deren Leuchten eine Geschichte erzählen.“ Etwa zu „Amy“ von Delightfull aus Portugal. Sie trägt diesen Namen, weil sie an Amy Winehouses Frisur erinnert. Oder zu der Papillon-Serie vom deutschen Hersteller Massifcentral, deren Licht so besonders ist, weil es sich über die im massiven Mineralglas eingeschlossenen Luftbläschen homogen und blendfrei verteilt.

Allerdings finden sich bei Licht by Horst nicht nur Leuchten für den Innen-, sondern auch für den Außenbereich: „Wir statten alles aus – von der Autogarage über das Holzhäuschen im Garten bis hin zum Schiff“, sagt Michael Horst. Die Kunden kommen aus Düsseldorf und Umgebung – zumeist über Mundpropaganda. „Oft fangen wir mit dem Haus oder der Wohnung hier an und landen schließlich bei der Lichtplanung für die Ferienwohnung auf Sylt“, sagt der gebürtige Düsseldorfer Horst. Vieles laufe über Mundpropaganda. Aber: „Wir haben auch schon nach Chicago geliefert und das Lichtkonzept für Wohnungen in Hamburg und am Lago Maggiore gemacht“, sagt Michael Horst.

Vor 40 Jahren übernahm er das Familienunternehmen – ursprünglich ein Haushaltswarenladen mit Elektrogeräten und Leuchten – in dritter Generation und baute es zum Leuchten-Fachgeschäft aus. Vor acht Jahren zog „Licht by Horst“ um – von der Graf-Adolf-Straße in Bahnhofsnähe in die charmante Carlstadt und in dieses Loft. „Ich liebe die Carlstadt, das Familiäre, Persönliche hier“, sagt Michael Horst, der mit seiner Frau seine Kunden gerne an der mit Blattgold verzierten Bar im Geschäft empfängt, um dort über deren Vorstellungen zu sprechen. Diese sind entscheidend für die Lichtplanung und sehr persönlich: „Dafür müssen wir von unserem Kunden möglichst viele Gewohnheiten erfragen, damit nachher an jeder Stelle, an der regelmäßig ein bestimmtes Licht gebraucht wird, auch welches ist.“

Allerdings sei das Lichtempfinden und -bedürfnis unterschiedlich – auch bei Paaren. So sollte die Lichtplanung auch berücksichtigen, ob zum Beispiel einer von beiden vor dem Einschlafen noch liest. „Für einen Spieleabend brauche ich ein anderes Licht, als wenn ich mit Freunden einfach so am Tisch sitze“, sagt Cordula Horst. Deshalb seien die meisten ihrer Leuchten dimmbar und könnten der jeweiligen Situation angepasst werden. Sehr wichtig sei zudem die Wahl des Lichts am Arbeitsplatz: Denn es entscheidet darüber, wie produktiv die Tätigkeit ausfällt und wie wohl man sich dabei fühlt. Gerade puristische Räume können zudem durch effektiv gesetztes Licht emotional aufgeladen werden und damit Leichtigkeit und gute Laune hineinbringen. Denn: „Licht ist ein sehr emotionales Thema“, sagt Michael Horst.
„Für einen Spieleabend brauche ich ein anderes Licht, als wenn ich mit Freunden einfach so am Tisch sitze.“
Cordula Horst
Grundsätzlich habe jeder Raum Basisgesetzmäßigkeiten, die sich aber auch bewusst durchbrechen ließen: Gewollte Stilbrüche können überraschende Wirkungen erzeugen. So lässt sich etwa mit einem Kronleuchter über der Badewanne ein eigenwilliger Akzent setzen. „Mit richtig inszeniertem Licht lassen sich allerdings nicht nur Stimmungen erzeugen, es kann auch der Strukturierung eines Raums dienen, ein Leitsystem sein“, sagt Cordula Horst. Denn: „Licht ist ein Teil der Einrichtung“, betont Michael Horst. „Es geht nicht darum, einfach nur eine Leuchte irgendwo hinzuhängen, die man anschalten kann. Mit Licht setzt man Statements. Dabei ist die Frage zentral: Was soll der Kunde oder der Gast als Erstes sehen? Was soll betont werden, was zurücktreten – es ist ein Spiel mit Licht und Schatten. Und daran richten wir unsere Planung aus.“ Allerdings sei dafür entscheidend zu wissen, wo welche Möbel oder sonstigen Objekte, beispielsweise Kunstwerke, später platziert werden. Folglich geht einer jeden Beleuchtungsplanung möglichst ein Vor-Ort-Termin voraus.
„Mit Licht setzt man Statements.“
Michael Horst
Lokalität und Licht allein geben allerdings nicht den gesamten Eindruck vor. Auch die farbliche Gestaltung des Raums spielt eine Rolle: Sind Boden und Wände dunkel, muss auch das bei der Lichtplanung berücksichtigt werden. Beispiele, wie ein Raum, der ohne Weiß gestaltet wurde, dennoch licht und wohnlich sein kann, zeigen die Horsts in einem separaten Showroom rechts neben der Einfahrt zum Hof, in dem unter vielen anderen auch ein filigraner, glänzender Leuchter von Catellani & Smith die Szenerie erhellt – ein echter Hingucker.

Bis alles fertig ist, also die Leitungen gelegt und die passenden Leuchten ausgesucht sind, kann es von einem Tag bis zu mehreren Wochen dauern. Dabei arbeiten die Horsts mit allen Gewerken zusammen, die bei Bau, Renovierung oder Neugestaltung ins Spiel kommen – ob Schlosser, Glaser, Elektriker, Schreiner, Maler, Trockenbauer oder Interior-Designer und Innenarchitekt. Wenn dann alles fertig ist, geht es an die Qual der Wahl: „Wir kennen die Vor- und Nachteile aller unserer Leuchten und raten in manchen Fällen auch schon mal von einer ab. Schließlich hat jedes Objekt seine ganz eigenen Herausforderungen. Jede Planung ist gewissermaßen ein Wagnis, denn Licht ist ein sehr spezielles, beratungsintensives Produkt. Und wir sind erst dann zufrieden, wenn sich der Kunde in unserer Lösung wiederfindet.“
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