Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Ludwig Krause ist Rheinländer durch und durch. In Kleve geboren und aufgewachsen, verbindet den neuen Düsseldorfer Lokalchef und Leitenden Regionalredakteur der Rheinischen Post jedoch mit der Landeshauptstadt eine ebenso tiefe Liebe.
Manche Karrieren muten fast märchenhaft an – die von Ludwig Krause ist so eine. Denn in nur 14 Jahren brachte es der heute 35-Jährige vom Praktikanten zum Düsseldorfer Lokalchef der Rheinischen Post, einer der größten regionalen Tageszeitungen Deutschlands. Wie er das geschafft hat? „Offenbar habe ich mich nicht ganz blöd angestellt“, sagt er und lächelt. Eigentlich sollte er 2011 für sein Geschichts- und Germanistikstudium an der Heinrich-Heine-Universität einfach nur ein 14-tägiges Praktikum machen. „Ich habe mich überall beworben, sogar in einem Archiv“, berichtet er. „Die Rheinische Post hat eben zuerst zugesagt.“
Was damals also eher zufällig in der Lokalredaktion Kleve begann, wurde zu einer wahren Berufung, auch wenn ihm die ersten Schritte nicht ganz leicht fielen. „Ich erinnere mich genau daran, wie ich damals zum erstem Mal wegen einer Meldung telefonieren musste. Nach diesem ersten offiziellen Auftritt als Journalist war ich klatschnass geschwitzt.“ Aber: „Ich hatte meinen Traumberuf gefunden und habe seitdem keine Sekunde an meiner Entscheidung gezweifelt.“ Ein paar bewegte Jahre später, während derer der gebürtige Klever in seiner Heimatstadt in kürzester Zeit unter anderem zum festen freien Mitarbeiter aufstieg, die Journalistenschule der Rheinischen Post besuchte und dann Lokalchef in Kleve wurde, der große Sprung: Seit Januar ist Ludwig Krause Leitender Regionalredakteur der Düsseldorfer Lokalredaktion der Rheinischen Post.
In dieser Funktion repräsentiert er zum einen die Rheinische Post nach außen – „als Gesicht und Ansprechpartner“. Und er leitet das rund 30 Menschen starke Kollegium, das größte Reporterteam der Rheinischen Post – darunter auch freie Mitarbeiter und Fotografen. „Das ist ein ganz fantastisches Team aus jungen und erfahrenen Kollegen“, betont Krause, in dessen neue Aufgabe als Düsseldorfer Lokalchef nicht nur die Bundestagswahl fiel, sondern auch 200 Jahre Düsseldorfer Karneval. „Das kann man nicht allein stemmen“, betont er, „das geht nur zusammen. Was ich in meinen ersten Monaten hier erleben durfte, hat mich tief beeindruckt. Besonders, wenn es turbulent wird, merkt man, wie viel Kraft, Energie und Kreativität in diesem Team steckt. Selbst nach einem extrem anstrengenden Tag geht keiner nach Hause ohne gefragt und das auch ernst gemeint zu haben, ob er noch etwas tun kann.“ Karneval sei zudem eine gute Zeit gewesen, um in seiner neuen Funktion in der Stadt anzukommen. „Ich wurde überall mit offenen Armen empfangen“, sagt Ludwig Krause, der sich nun darauf freut, auch das Sommerbrauchtum Düsseldorfs in dieser Position miterleben zu dürfen.

Auch wenn er zuweilen im Home-Office arbeiten könnte, ist Ludwig Krause weitaus lieber jeden Tag in der Lokalredaktion in den Schadow Arkaden und damit mitten im Herzen der Stadt. Denn: „Die besten Geschichten entstehen im direkten Austausch mit den Kollegen. Und genau solche Artikel erwarten unsere Leser von uns.“ Themenfelder gebe es in Düsseldorf mehr als genug: „Die Stadt ist eine Goldgrube großartiger Menschen und ihrer Geschichten. Unsere Leser sind sehr aufgeschlossen. Für sie wollen wir Tiefgang bieten und gleichzeitig das bunte Leben der Stadt abbilden.“ Und er ergänzt: „Ich liebe Düsseldorf, die Stadt ist so international, steckt so voller Lebensfreude, hat eine sehr spannende Stadtgesellschaft und ausgesprochen starke Unternehmen.“
Düsseldorf kennt Ludwig Krause schon sehr lange und sehr gut. Seit 18 Jahren lebt er – mit wenigen Unterbrechungen – hier, wohnt mittlerweile mit seiner Frau in Golzheim. Oft trifft man ihn am Rhein, oft auch an der Nordstraße, die er wegen ihrer zahlreichen inhabergeführten Geschäfte und lebendigen Gastronomieszene sehr mag. „Wir haben uns schon durch alle Restaurants probiert“, sagt der leidenschaftliche Journalist.
Neben Düsseldorf hat es ihm insbesondere New York angetan – „dort gibt es alles, was Düsseldorf bietet, nur größer“, sagt Ludwig Krause. Nach Möglichkeit ist er einmal im Jahr dort, wandert aber im Urlaub auch sehr gerne und hat beispielsweise auf dem Fernweg E5 schon die Alpen überquert. In der Landeshauptstadt kann man ihm beim Spazierengehen im Grafenberger Wald begegnen, aber auch im Museum, beim Rundgang in der Kunstakademie genauso wie kürzlich in der Ausstellung im K21 zu Katharina Sieverding, über die er bereits in seiner frühen Klever Zeit schrieb.
Apropos schreiben: „Auch wenn mir Ältere anfangs dringend von diesem Beruf abgeraten haben, ich glaube, heute ist die spannendste Zeit, um Journalist zu sein. Das Bedürfnis der Menschen nach Informationen ist so groß wie nie, und es ist eine große Ehre und Freude für mich, mit meiner Arbeit als Lokaljournalist dazu beizutragen.“ Bereits in Kleve, das er nach viereinhalb Jahren als Lokalchef „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ verließ, lag einer seiner Schwerpunkte auf dem Thema Digitalisierung – und das will er weiter vorantreiben. „Die Branche befindet sich im Umbruch: Wir wollen schnell, gut und umfassend sein“, formuliert er den Anspruch. „Und wir wollen auf allen Kanälen, zum Beispiel auch mit unserem Rheinpegel-Podcast und unserem Newsletter, der Lieblingsbegleiter der Menschen sein. Daran arbeiten wir jeden Tag.“
„Wir wollen auf allen Kanälen der Lieblingsbegleiter der Menschen sein.“
Ludwig Krause
Seine Begeisterung ist ansteckend. Und er wird nicht müde, bei Berufsbildungstagen in Schulen jungen Leuten seinen Herzensberuf nahezubringen. „Gerade in der heutigen Zeit mit ihren vielfältigen Informationsmöglichkeiten ist guter Journalismus enorm wichtig“, sagt er dann, „und wenn ihr Spaß daran habt und gut darin seid, werdet ihr euren Weg machen.“ Und dabei womöglich Ludwig Krause nacheifern.
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