Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Die Stadtsparkasse Düsseldorf motiviert ihre Beschäftigten, sich einen Tag lang im Team für ein soziales Projekt zu engagieren. Die neue Idee stößt bei den Mitarbeitern des Instituts wie den Projektpartnern gleichermaßen auf Begeisterung.
Soziales Engagement: Mitarbeiter der Stadtsparkasse Düsseldorf, darunter (v.l.) Sandra Lercher, Sabine Engelhardt, Elmar Pickhardt, Christian Fuchs und Anja Bosserhoff, haben sich gerne darangemacht, Hochbeete zu befüllen.
Erstklässler der Hermann-Gmeiner-Schule in Düsseldorf-Hassels versammeln sich um das „verletzte“ Stofftier, den Biber Mila. Die Kinder decken Mila mit einer glänzenden Rettungsdecke zu. Die Folie fasziniert die Schüler. „Die glitzert schön“, rufen sie. Am Stofftier zeigt Anna Joswig den Kindern in ihrem Kurs „Kinder lernen Erste Hilfe“ (KLEH), wie man Verletzte versorgt. Die Kursleiterin des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) erklärt geduldig, wie ein Pflasterverband angelegt wird, und die Schüler üben begeistert das Pflastern.
Mit dabei war Mirjam Ilse von der Stadtsparkasse Düsseldorf. Sie hat gemeinsam mit dem ASB Erste-Hilfe-Kurse für insgesamt neun Klassen an zwei Grundschulen in Hassels organisiert. Auf der Suche nach einem geeigneten Projekt für einen „Social Day“ stieß die Mitarbeiterin der Gruppe Dienstleistersteuerung der Stadtsparkasse auf diese Kurse, die der ASB seit zwei Jahren anbietet: „Ich hatte mit meinen Töchtern, aktuell in der ersten und dritten Klasse, eine Sendung mit der Maus geschaut, in der Schulkinder und deren Erste-Hilfe-AG vorgestellt wurden. Mich hat dabei beeindruckt, dass die Kinder, wenn sie geschult sind, den Unterschied zwischen Tod und Leben erkennen können. Meine Töchter zeigten großes Interesse an Erster Hilfe, und damit startete meine Projektidee: Grundschulkinder in Hassels lernen Erste Hilfe.“
Durch eine Kollegin war Mirjam Ilse im April auf den Social Day aufmerksam geworden. Das Konzept hat die Stadtsparkasse in diesem Jahr neu eingeführt. Quasi der Erfinder und Mitinitiator ist Stephan Hoffmann, Personalratsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf. Nach „Kundenreisen“, bei denen die Mitarbeiter der Stadtsparkasse gemeinsam mit Kunden den gesamten Weg vom ersten Kontakt bis hin zur langfristigen Kundenbindung durchlaufen, um die einzelnen Schritte so positiv und reibungslos wie möglich zu gestalten, hat das Institut nach ähnlichem Muster „Mitarbeiterreisen“ organisiert. „Wir durchlaufen dabei gemeinsam den kompletten Prozess der Beschäftigung“, erklärt Hoffmann, „also: Wie werden Menschen auf uns aufmerksam, wie finden sie ins Unternehmen und was motiviert sie, bei uns als attraktivem Arbeitgeber zu bleiben?“
Dabei zeigte sich: Mitarbeiter wollen nicht nur in ihrer Arbeit Sinn sehen. „So entstand die Idee, einen ganzen Arbeitstag für soziale Projekte freizuräumen“, sagt Hoffmann, „die Idee stieß auf große Begeisterung. Die Mitarbeiter nehmen unmittelbar wahr, dass sie etwas Konkretes für die Region tun können. Sie erkennen, dass sie über ihre Tätigkeit an ihren Arbeitsplätzen hinaus etwas Wertvolles für die Gesellschaft leisten können.“

Das Konzept passt genau ins Profil der Stadtsparkasse. „Als öffentlich-rechtliches Institut sind wir satzungsgemäß dem Gemeinwohl verpflichtet und kommen dem Auftrag auf vielfältige Weise nach – von der Förderung der regionalen Wirtschaft über Gewinnausschüttungen an die Träger der Stadtsparkasse – die Städte Düsseldorf und Monheim – bis zu einem umfangreichen Förderprogramm von Kultur, Sport und gesellschaftlichem Engagement“, beschreibt Dr. Stefan Dahm Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf, den Auftrag des Instituts.
Die Social Days fügen sich da perfekt ein, was Dahm mit Blick zum Beispiel auf die Erfahrungen mit den Erste-Hilfe-Kursen begrüßt: „Das Engagement von Mirjam Ilse zeigt eindrucksvoll, wie unsere Kolleginnen und Kollegen den Social Day nutzen, um einen positiven Beitrag in unserer Region zu leisten. Wir sind stolz auf ihren Einsatz und freuen uns, dass durch ihre Initiative so viele Kinder die Möglichkeit hatten, Erste Hilfe zu lernen. Solche Projekte unterstreichen die Bedeutung des Social Days und das besondere Engagement unserer Mitarbeitenden.“ Ein weiterer Aspekt: Die Stadtsparkasse Düsseldorf schärft damit ihr Profil als attraktiver Arbeitgeber – ein Pluspunkt im Ringen um Fachkräfte. Hoffmann weiß von Bewerbern, die oft sagen, die Stadtsparkasse gefalle ihnen, weil sie etwas für die Region tue.
So wie auch viele Mitarbeiter, die in diesem Jahr bereits einen Social Day erlebt haben. Zum Beispiel Christian Fuchs. Der Direktor für den Regionalmarkt Süd und Monheim hatte im September mit zehn Führungskräften aus seinem Team, das insgesamt 150 Mitarbeiter umfasst, einen Tag in einem Übergangswohnheim in Monheim verbracht. Der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) betreut in der Unterkunft 78 Menschen, die wohnungslos sind.
Die Sparkassen-Mitarbeiter wollten etwas für sie tun. In Vorgesprächen mit dem SKFM wurde die Idee geboren, Hochbeete zu bauen, diese zu befüllen und zu bepflanzen. „Das Team des SKFM empfing uns am Morgen mit Kaffee und Plätzchen in großer Runde, und die Verantwortlichen berichteten uns von ihrer Arbeit vor Ort und von den Herausforderungen, denen sie täglich gegenüberstehen“, berichtet Fuchs. „Nach dem Aufbau der Hochbeete und deren Bepflanzung fand der Vormittag seinen geselligen Abschluss gegen Mittag, als der Grill angefeuert wurde und wir gemeinsam mit allen Beteiligten und vielen Bewohnerinnen und Bewohnern bei Grillwürstchen und guter Stimmung das Projekt ausklingen ließen.“
Der Tag habe bei den Sparkassen-Mitarbeitern ebenso wie bei den Bewohnern der Unterkunft bleibende Eindrücke hinterlassen, sagt der Regionaldirektor. Auch ganz praktisch, wie ein kleines Beispiel zeigt. Ins Hochbeet pflanzten die Besucher unter anderem Minze und Kräuter. Im Café der Einrichtung gibt es jetzt auch frischen Minztee und selbst geerntete Kräuter auf den Speisen. „Der Tag hat nur Gewinner“, lautet Fuchs’ Bilanz. „Davon haben wirklich alle profitiert. Einerseits die Bewohner und Verantwortlichen des SKFM, andererseits aber auch wir als Team. Die Erfahrung hat uns geerdet und deutlich gemacht, wie gut es uns geht.“ Besonders freut ihn, dass alle mitgeholfen haben „und wir zusätzlich auch noch einen kleinen Wettbewerb innerhalb unseres Teams hatten, welches Beet denn nun schneller steht“. Auch die Resonanz seitens der Vertreter der Stadt sei hervorragend gewesen, „und wir konnten einmal mehr deutlich zeigen, dass wir nicht nur ein verlässlicher Partner in Sachen Finanzen, sondern auch des allgemeinen Wohls der Region sind.“
Und nachhaltig sind die Social Day ebenfalls, wie ein weiteres Detail zeigt: Am Tag wurde deutlich, dass Kleiderspenden dringend gesucht sind. So haben die Sparkassen-Mitarbeiter eine entsprechende Aktion gleich angeschlossen.
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