Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Seit zwei Jahrzehnten ist die Goldschmiedin und Schmuckgestalterin Gabriela Uphaus im Girardet-Haus mit ihrem Geschäft und Atelier zu Hause. Ihre Inspiration sind ihre Kunden.
Gabriela Uphaus führt ihr Schmuckgeschäft im Girardet-Haus bereits seit zwei Dekaden.
An einer Stelle fällt der Blick auf aus Bergkristall geschnitzte, mit je einem Peridot als grünem Stempel geschmückte Blütenohrringe. An anderem Ort lockt ein über das Fingergelenk reichender geflochtener Ring. Und aus einem dunklen, aus Silber geschmiedeten Armreif leuchten Diamanten wie aus einem Nachthimmel: Gabriela Uphaus setzt sich bei ihren Unikaten keine Grenzen. „Ich liebe die Vielfalt und Opulenz“, sagt die freischaffende Künstlerin, deren Schmuckgeschäft und Meisteratelier seit zwei Dekaden im Girardet-Haus beheimatet ist. „Zuvor hatte ich fünf Jahre lang ein kleines, feines Geschäft an der Benrather Straße“, berichtet die Schmuck-Designerin, die ihr Handwerk in Worpswede erlernte. Ihre Gesellenjahre absolvierte sie in Bremen und studierte schließlich zunächst an der Fachhochschule Düsseldorf bei Professor Friedrich Becker, später an der Fachhochschule für Kunst und Design Köln bei Peter Skubic – beide gelernte Goldschmiede und Künstler. „Sie haben mich sehr gefördert – Skubic besonders –, meinen eigenen Stil zu finden“, sagt Gabriela Uphaus.
Etwas anderes als die Selbstständigkeit sei für sie nie infrage gekommen. „Damit habe ich schon während meines Studiums begonnen. Meine erste eigene Ausstellung war bei einem Straßenfest auf der Bürgerstraße: Ich habe eine kleine Kollektion in einer Vitrine präsentiert und so meine ersten Kunden gewonnen.“ Danach arbeitete sie intensiv mit Galerien zusammen, war mit ihren Kreationen bei vielen internationalen Schmuckausstellungen, bis sie ihr erstes Geschäft eröffnete. Eine zweite Dependance entstand im pulsierenden Marrakesh und damit in einem Land, das sie noch immer regelmäßig besucht.
„Ich bin fasziniert von Marokko und von seinen freundlichen, offenen, vorurteilsfreien Menschen. Immer wieder dorthin zu reisen, macht mich frei“, erklärt sie. Seit drei Jahren konzentriert sie sich allerdings beruflich auf Düsseldorf, auch wenn sie den Namen Gibriel, wie sie in Marokko genannt wird, für ihr Geschäft in der Girardet-Passage beibehalten hat. In ihrem Atelier über dem durch große Schaufenster und Oberlichter angenehm hellen, ruhig gelegenen Laden fertigt sie ihre Unikate, deren Vielfalt sie in zahlreichen, jahreszeitlich immer wieder neu dekorierten Vitrinen präsentiert.

„Meine Liebe gilt großen, charaktervollen Steinen – und aus ihnen etwas Besonderes zu machen“, sagt die Juwelierin und Schmuck-Designerin, die ausschließlich 750er-Gold, Platin, Silber, Palladium und hochwertige Edelsteine verarbeitet. Für Letztere ist sie europaweit unterwegs, um auf Messen die passenden Steine aus aller Welt, zum Beispiel aus Afrika, Brasilien oder Indien, zu finden.
„Mein Schmuck soll die Wirkung seiner Trägerin unterstreichen.“
Gabriela Uphaus
Zwar sind es überwiegend Frauen, die sich individuellen Schmuck von ihr fertigen lassen, aber auch für Männer entwirft die Designerin Stücke, überwiegend Armbänder und Ketten. Und sie verleiht auch manchem alten Schmuck neues Leben, etwa indem sie einen architektonisch wirkenden Ring zerteilt und in einen Anhänger verwandelt, eine Taschenuhr zu einem Amulett oder ein kostbares, mit Diamanten besetztes Uhrenarmband mit Amethysten zu Ohrringen umgestaltet.
„Schmuck muss einen erfreuen, und Schmuck erfreut sich daran, getragen werden“, sagt Gabriela Uphaus, die selbst „nie ungeschmückt“ aus dem Haus geht. „Deshalb ist der Kunde mein Ideengeber, meine Inspiration. Ich höre genau zu, wovon er träumt und schaue, ob das, was er sich vorstellt, tatsächlich zu ihm passt.“ So hat sie erst vor Kurzem einen großen Ring gemeinsam mit einer Kundin erarbeitet, dessen 15 in Gold gefasste Steine ihre Familiengeschichte aufnehmen. „Auf diese Weise hat sie ihre Familie immer bei sich“, sagt Gabriela Uphaus, die ihren Schmuck grundsätzlich von Hand konstruiert.
„Am Computer wird er zu statisch. Nur das Individuelle lebt, eben, weil es nicht perfekt ist.“ Und das gilt für all ihre Stücke, auch für ihre imposanten Colliers und ihre meist mit einem auffälligen Juwel besetzten Wickelringe – eines ihrer Markenzeichen. „Mein Schmuck soll die Wirkung seiner Trägerin, ihren Charakter unterstreichen“, sagt Gabriela Uphaus. „Zu manchen passen große, andere brauchen kleine Stücke. Aber für alle gilt: Es soll nachher nicht der Schmuck mit der Frau, sondern die Frau mit ihrem Schmuck spazieren gehen.“
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