Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Einmal mehr war der Henkel-Renntag ein glanzvolles Ereignis. Rund 18.000 Besucher strömten auf die Galopprennbahn in Grafenberg und genossen die herrliche Kulisse. Zum Empfang im Teehaus kam viel Prominenz.
Der Henkel-Preis der Diana zog auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher an.
Hoch erhobenen Hauptes galoppierte Erle über die Ziellinie. Als wüsste sie genau, dass sie es gerade allen gezeigt hatte. Mit ihrem Jockey Martin Seidl war die Stute von der ganz innen liegenden Startbox 1 aus ins Rennen um den begehrten Henkel-Preis der Diana gegangen. Von Anfang an übernahm Erle die Führung und ließ sich den Sieg über die 2.200 Kilometer lange Strecke auf dem Grafenberg nicht mehr streitig machen. Ein triumphaler Ritt. Fast eine Pferdelänge trennte Erle von ihren Verfolgern, sehr zur Freude ihres Trainers Maxim Pecheur und ihren Besitzern vom Gestüt Röttgen in Rath-Heumar bei Köln.
Insgesamt wurden an diesem Sonntag im August neun Rennen ausgetragen. Das mit 500.000 Euro dotierte Hauptrennen mit dreijährigen Stuten um den Preis der Diana war der Höhepunkt der glanzvollen Veranstaltung auf dem Grafenberg. Mit einem überwältigenden Echo: Bei der weltweiten Übertragung gingen die höchsten Einsätze aus Hongkong und Australien ein. Die Bedingungen waren ideal. Die Sonne schien, aber nicht zu heiß, ein milder Wind wehte, aber nicht zu stark. Dass dennoch viel über Wetter geredet wurde, lag an den Regengüssen vom Vorjahr, die einen verfrühten Abbruch der Rennen erzwungen hatten. Daran erinnerten sich die zuverlässig anwesenden Ehrengäste, die das Düsseldorfer Unternehmen Henkel ins Teehaus geladen hatte, noch sehr genau. Von der Terrasse aus verfolgte Prominenz aus Wirtschaft, Gesellschaft und Sport im Halbstunden-Rhythmus die spannenden Spektakel. Alle genossen die herrliche Kulisse und die anregende Atmosphäre. Auch wenn die dreijährigen Stuten die Hauptakteure waren – nebenbei ließ es sich wunderbar plaudern und netzwerken.
„Ich bin zum elften Mal dabei“, berichtete Wolfgang Rolshoven, Oberhaupt der Düsseldorfer Jonges. „Ohne Zweifel ist dies das größte Sportereignis in Düsseldorf.“ Das hörte Burkhard Hintzsche gern. Dem Stadtdirektor, gerade zurück von einer Stippvisite zum NRW-Abend bei den Olympischen Sommerspielen in Paris, oblag es, Stephan Keller zu vertreten und anstelle des Oberbürgermeisters eine Begrüßungsrede zu halten. Darin dankte er dem Unternehmen Henkel und allen Unterstützern der Rennbahn für ihr Engagement. Hintzsche ist übrigens mit seiner Frau Birgitt Geßner beim Henkel-Renntag regelmäßig vor Ort. Das Paar wettet auch gerne und wendet dabei eine originelle Methode an: „Wir setzen immer auf das Pferd mit dem schönsten Namen.“
Gewinnerin Erle vom Gestüt Röttgen mit Jockey Martin Seidl sowie (v.l.) Gestütsleiter Franz Dorff, Trainer Maxim Pecheur und Franzi Vogel
Ganz so viele Wahlmöglichkeiten hatte Peter-Michael Endres nicht. Der langjährige Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins favorisiert grundsätzlich seine eigenen Pferde. „In diesem Jahr ist aber nur eines dabei“, sagte er, „da bleibe ich ganz entspannt.“ Mehr zu tun gab es für Geschäftsführerin Andrea Höngesberg. Die Abläufe der Rennen immer im Blick, mischte sich die leidenschaftliche Reiterin als begehrte Gesprächspartnerin unter die Gästeschar im Teehaus. Darunter mag ihre Konzentration auf den Galoppsport ein wenig gelitten haben. Doch speziell der Henkel-Renntag ist immer auch ein großes gesellschaftliches Ereignis. Auch Spitzenpolitiker zieht es dann auf den Grafenberg. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) brachte seine Familie mit, ebenso Düsseldorfs Bürgermeisterin Carla Gerlach (Grüne) in Begleitung von Ehemann Elmar und ihren beiden Kindern. „Ein tolles Event“, sagte sie. „Alles da, was man braucht, wenn man mit der Familie unterwegs ist. Und dann trifft man auch noch den einen oder anderen.“
Wie hält sie es mit den Wetten? „Ich mache mit und habe auch schon meine Favoritin ausgeguckt. Eine Stute, die zu einem rein weiblichen Team gehört, das will ich unterstützen.“ Künstlerin Sabrina Juchem-Lehnart hatte sich etwas vorgenommen: „Ich liebe Pferde, aber sonst war ich immer wegen der Gesellschaft hier. Diesmal wetten wir, das macht es spannend.“ Davon überzeugte sie gleich auch ihren Bruder Nikolai Juchem aus dem Vorstand des Industriekreises Düsseldorf und dessen Frau Fee Gündüz. Christiane Oxenfort, Intendantin des Düsseldorf Festivals, hatte ebenfalls Lust, ihr Glück zu versuchen, vertraute bei ihren Wetteinsätzen aber lieber den Tipps ihres Mannes Hartwig Beinke. Es gab ja so viel Ablenkung in dieser illustren Runde auf der Terrasse. Auch gesichtet: Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer, Rechtsanwalt Michael Kliemt, CDU-Politiker Lutz Linienkämper und Düsseldorfs Ehrenbürger Albrecht Woeste, ein ausgewiesener Kenner des Pferdesports. Dazu Heerscharen elegant gekleideter Damen, darunter Juwelierin Christel Heilmann in leuchtendem Orange, Bloggerin und TV-Journalistin Tanja Comba in Rosa und Fernsehmoderatorin Sarah Valentina Winkhaus in Gelb: „Ich arbeite im bayerischen Exil, aber ich liebe Düsseldorf.“
Ein Trio hatte sich besonders viel zu erzählen: Martina Voss-Tecklenburg, ehemalige Trainerin der Fußball-Nationalmannschaft der Frauen, fachsimpelte mit Ex-Fußballprofi Oliver Fink. Interessiert stieß Carsten Knobel zu ihnen. Der Vorstandsvorsitzende von Henkel hatte in seiner Ansprache den Preis der Diana als eines der wichtigsten Ereignisse im Pferdesport gewürdigt. Nun lagen die Pflichten des prächtig verlaufenden Tages schon hinter ihm und er konnte ihn auskosten wie alle anderen auch. Zum Henkel-Renntag gehört auch stets der Hut-Contest, der diesmal unter dem Label Syoss ausgetragen wurde. Dafür hatten sich in diesem Jahr 183 Damen mit ihren Kreationen angemeldet. Ein Festival der Opulenz – ob romantisch, schrill, avantgardistisch oder fantasievoll.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen