Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Der erste Urlaub ist etwas ganz Besonderes, denn das, was man dabei erlebt, bleibt tief in der Erinnerung, manchmal sogar prägend, haften. Wir haben mit Düsseldorfer Persönlichkeiten über ihre ersten Urlaube, ob mit den Eltern oder allein, gesprochen – und dabei mal von nostalgischen, mal von lustigen Begebenheiten, mal auch von damit begründeten Familientraditionen erfahren.

Tom Bauer, Hoppeditz sowie Catering- und Weinunternehmer
„Mein erster Urlaub in Frankreich Anfang der 80er-Jahre – ich war etwa elf – ging nach Villers-Cotterêts. Die damalige Lebensgefährtin meines Vaters stammte von dort. Wir wohnten in dem riesigen Haus ihrer Eltern, und es waren ganz viele andere Kinder da. Wenn das Wetter gut war, waren wir, wie auf dem Kinderfoto zu sehen, immer draußen, haben Tischtennis gespielt oder sind Rad gefahren. Bei Regen haben wir unsere Betten als Trampoline genutzt oder im Wohnzimmer wild gekickt. Da ist so manches zu Bruch gegangen. Wir sind später immer mal wieder hingefahren, oft auch zu Weihnachten. Dann war die ganze Verwandtschaft da, das war immer total lustig. Aber: Ich habe dort auch zum ersten Mal Knoblauch essen müssen. Den kann ich bis heute nicht leiden.“
Annette Grabbe, Sprecherin des Vorstands und Arbeitsdirektorin der Rheinbahn
„Meinen ersten Urlaub machte ich als Zweijährige 1981 mit meiner Mutter Therese in Griechenland – der Beginn unserer Mama-Tochter-Reisen – eine Tradition, die ich heute mit meinen Töchtern fortsetze. Manchmal ist auch meine Mutter dabei. Auch mein Sohn kommt nicht zu kurz – er reist allein mit mir oder meinem Mann. Diese Zeit zusammen ist mir sehr wichtig: Wir stärken unsere Bindungen und schaffen gemeinsame Erinnerungen. Das alte Bild zeigt mich als Zweijährige mit meiner Mutter. Ich erinnere mich, dass ich damals mit meinem Urlaubsfreund ständig mit dem Hotelaufzug fuhr und den Portier zur Verzweiflung brachte. Das aktuelle Foto zeigt mich fast vier Jahrzehnte später mit meiner Tochter Lara-Katharina im gemeinsamen Urlaub.“
Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf
„1967 war mein erster Urlaub mit der ganzen Familie, da war ich sechs. Wir fuhren mehr als 1.000 Kilometer mit dem Auto nach Sierakowice, die Geburtsstadt meiner Mutter. Da wohnt noch heute ein Großteil meiner polnischen Verwandtschaft. Oma hatte dort einen Hof mit Tieren und Feldern, auf denen wir Erdbeeren pflückten oder mit dem Trecker fuhren, und auf den Straßen des Ortes spielten wir mit unfassbar vielen Kindern – Bilder, die ich nie vergessen werde. Das alte Foto stammt aus einem der anschließenden Urlaube dort, ich stehe links. Heute sind wir wieder häufiger in Sierakowice. Zu ihren runden Geburtstagen nehmen wir Mutter mit, dann gibt es ein rauschendes Fest am See, zu dem alle kommen – auch unsere Kinder und Enkelkinder.“
Jacques Tilly, Bildhauer und Wagenbaukünstler
„Mein erster Urlaub war ein Campingurlaub auf Ameland. Da war ich sieben. Früher ging‘s nicht, weil mein Vater zwar Ingenieur war, aber noch unser Haus abbezahlen musste. Dort habe ich zum ersten Mal das Meer gesehen und war überwältigt. Ich kannte ja nur den Rhein, hab erst das andere Ufer gesucht, obwohl ich natürlich wusste, was Meer ist. Die Muscheln fand ich auch ganz toll und habe alle gesammelt, egal, ob sie kaputt waren. Das alles hat meinen Horizont sehr erweitert wie auch das erste Mal eine andere Sprache zu sprechen. Der Urlaub dort ist dann zur Tradition geworden, und das Camping selbst habe ich später mit meiner eigenen Familie beibehalten. Wir zelten noch heute, aber nahe Bordeaux an der Atlantikküste.“
Andrea Greuner, unter vielem anderem Modejournalistin, Moderatorin, Netzwerkerin und Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Königsallee
„Ich muss etwa neun gewesen sein, als ich das erste Mal ohne Eltern von zu Hause weg war – zusammen mit meiner Freundin Annkathrin Zwanzig, links auf dem Foto. Wir kennen uns, seitdem wir beide drei Jahre alt sind, unsere Eltern waren befreundet, und Annkathrin und ich sind zusammen zur Schule gegangen. Diesen einwöchigen Urlaub durften wir bei ihrem Großvater auf seinem Bauernhof in Ströhen/Wagenfeld verbringen. Das war die absolute Freiheit, den ganzen Tag draußen, Natur pur und viele Tiere. Und jeden Abend gab es von der Haushälterin des Großvaters einen frisch gekochten Grießbrei oder Schokopudding. Auch nach 40 Jahren ist das eine sehr lebendige Erinnerung, und den Geschmack vom Pudding habe ich noch immer auf der Zunge.“
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