Leise Revolution auf vier Rädern
Wer heute beispielsweise auf der Düsseldorfer Schloßstraße unterwegs…
Sie hat lange Schatten vorausgeworfen und nun rollt sie an! Wir haben mit einigen Sportfreunden darüber gesprochen, wie sie sich auf das einmalige Großereignis vorbereiten.
Jeck auf EM: Beim Rosenmontagszug fuhr ein Wagen mit, der Lust auf die Meisterschaft macht.

Olé olé olé ola, uns ist egal, wer heute siegt, Olé olé olé ola, weil es um was and’res geht“, singen Die Toten Hosen in ihrer Fußball-Ode „Auswärtsspiel“. Vielleicht hat sich die EM-Gastgeberstadt Düsseldorf das Motto „Everybody’s Heimspiel“ als konsequente Fortsetzung dieses Glaubensbekenntnisses der musizierenden Fortuna-Fans ausgedacht. Jedenfalls ist der Slogan seit geraumer Zeit im Stadtbild präsent, ob auf Plakaten, digitalen Werbeflächen oder Bahnen: Die EM 2024 hat mittlerweile jeden Düsseldorfer erreicht – Fußball-Fan oder nicht.
In wenigen Wochen wird das Spektakel von der Leine gelassen. Sieben Jahre Planung verwandeln sich innerhalb kurzer Zeit in das pralle Leben. Mit dem Spiel Österreich gegen Frankreich wird die Fußball-Europameisterschaft am 17. Juni in Düsseldorf sportlich eingeläutet. Auch die Slowakei, Albanien und Spanien tragen in der Landeshauptstadt Partien aus. Düsseldorf empfängt seine Gäste vor stimmungsvoller Kulisse, mit einem Kulturprogramm, das viele lokale und regionale Highlights enthält, Meeting Points und Fan Walks als Gemeinschaftserlebnis, frei nach dem Motto: „Der schönste Stadionweg Europas“. Das ist nachhaltig und zeigt die Stadt am Rhein von ihrer schönsten Seite.

„Ich freue mich darauf, dass wir Düsseldorf als gastfreundliche und weltoffene Stadt ganz Europa präsentieren dürfen. Besonders freue ich mich auf die vielen Gäste aus unterschiedlichsten Nationen, aber auch auf das tolle Programm, das wir ihnen bieten werden. Deshalb empfehle ich allen Gästen: Besuchen Sie unsere Fanzones. Diese werden an prominenten Orten der Stadt am Schauspielhaus, auf dem Burgplatz und an der Rheinuferpromenade aufgebaut. Lassen Sie den Blick über den Rhein und die Skyline der Landeshauptstadt schweifen und saugen Sie unser Lebensgefühl auf. Ein Glas Alt in der Altstadt darf natürlich auch nicht fehlen. Die Düsseldorfer ,Heimspiele‘ werde ich in unserer Arena verfolgen. Selbstverständlich besuche ich alle unsere Fanzones, und vielleicht schaue ich dann auch dort ein Spiel aus einer anderen Stadt.“

„Ich hoffe, dass die Spanier als Gruppenerster durchkommen. Aber auch Deutschland wünsche ich alles Gute. Jetzt ist Toni Kroos ja wieder dabei, der in Spanien nur der ,Architekt‘ genannt wird. Er konnte sich zehn Jahre bei Real weiterbilden, da geht bestimmt was. Für Spanien wäre das Halbfinale schön. Ich glaube, es kommen für die Nationalmannschaft viele Spanier nach Düsseldorf. Das kann eine wunderbare EM werden. Auch wenn die Engländer kommen und alles friedlich bleibt, wird das eine tolle Sache. Ich sehe dem ganz entspannt entgegen. Vielleicht veranstalten wir zu den Spielen mal ein kleines Spanien-Fest.“


„Ich bin normalerweise gar nicht so für Fußball, aber bei den Großereignissen wie der EM geht es darum, dass alle zusammen feiern, man gemütlich mit Familie und Freunden grillt und eine gute Zeit hat. Ich glaube, dass Österreich weit kommt und wünsche allen Menschen in Düsseldorf eine tolle Zeit während des Turniers.“

„Wenn es der deutschen Nationalmannschaft gelingt, wieder mehr Sympathieträger in ihren Reihen zu haben, die die Leute begeistern können, dann ist ein Sommermärchen wie 2006 möglich. In Düsseldorf ist man Kampf und Krampf im Fußball gewöhnt, hier wird keiner in Schönheit sterben wollen, sondern man will sehen, dass die Spieler alles geben. Wenn ich eine Karte ergattere, schaue ich mir Österreich gegen Frankreich in Düsseldorf an. Die Partien der deutschen Nationalmannschaft schaue ich mit Freunden im TV.“


„Die Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, sollen nach ihrem Besuch in Düsseldorf sagen: ,Ich komme wieder, weil Düsseldorf eine tolle Stadt ist.‘ Auch unter den Gastro-Betreibern in der Altstadt herrscht große Freude. Nicht nur, weil man dank der zahlreichen Gäste mehr Umsatz macht, sondern auch, weil man zeigen kann, wofür Düsseldorf steht. Man spürt jetzt schon, dass sich die Stadt der ganzen Welt präsentieren möchte. Deshalb sind wir unter anderem auch mit ,Visit Düsseldorf‘ im engen Austausch. Es ist einfach gut, dass wir mit internen Experten zusammenarbeiten können, die die Stadt gut kennen, und nicht auf externe Anbieter zurückgreifen müssen. Das unterstreicht auch noch mal die gute Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den städtischen Töchtern.“

„Wir gehen davon aus, dass Frankreich es bis ins Halbfinale schafft. Leider haben wir im Zeitraum der EM keinen Urlaub und können nicht nach Düsseldorf kommen. Uns bleibt nur, die Atmosphäre über die TV-Übertragung mitzuerleben. Aber beim Feiern sind sich die Fußballvölker sehr ähnlich. Auch in Frankreich wird es auf den großen Plätzen Public Viewings geben. Die Bars und Kneipen in den Innenstädten stellen Leinwände auf, und die Leute finden sich dort zusammen, um mit ihrer Mannschaft mitzufiebern. Wenn Les Bleus gewinnen, bekommt man das mit, auch wenn man keinen Fußball schaut, denn Autokorsos fahren durch die Straßen, die Fans singen und feiern ihr Team mitunter anhaltend und lautstark.“

„Ich habe albanische Wurzeln und bin deshalb immer schon Fan der albanischen Nationalmannschaft gewesen. Tatsächlich hat Albanien eine gute Chance, in die K.O.-Phase zu kommen. Sie gehen zwar als Underdog ins Turnier, werden aber eine Chance haben. Wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme, schaue ich mir ein Spiel im Stadion an und achte natürlich auf die Torhüter. Ich sage: Viertelfinale ist drin.“

„Ich verfolge die Spiele aus der Ferne und beobachte, wie sich ehemalige Spieler und Gegenspieler der Slowakei entwickeln. Die Gruppenphase zu überstehen, wäre ein riesiger Erfolg für die Mannschaft und das Land. Die Hoffnungen sind nach der Qualifikation berechtigt, da nur zwei Spiele knapp gegen Portugal verloren wurden. In einer Gruppe mit Belgien, Rumänien und einem weiteren Qualifikanten ist vieles möglich. Die Mannschaft steht in der Defensive sehr stabil. Dies ist die Handschrift von Trainer Francesco Calzona. Der Italiener ist seit Februar auch der Trainer des SSC Neapel.“
Maik Drzensla, Verbandssportlehrer beim Fußballverband Niederrhein, hat als Trainer und Analyst in der Slowakei gearbeitet.
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